Österreich meldet ein Allzeithoch bei Wohneigentum, die Schweiz legt 3,5 Prozent zu, Deutschland nur 0,6 Prozent.

Wer in den deutschsprachigen Ländern Wohneigentum kaufen will, erlebt drei sehr unterschiedliche Märkte. Das zeigen die amtlichen Preisindizes für das zweite Quartal 2026. Während die Preise in Österreich auf Rekordniveau steigen, treten sie in Deutschland fast auf der Stelle.

Die Entwicklung im Vergleich

Land zum Vorjahresquartal zum Vorquartal
Österreich (Häuserpreisindex) +5,1 % nicht veröffentlicht
Schweiz (Wohnimmobilienpreisindex) +3,5 % +0,7 %
Deutschland (Häuserpreisindex, vorläufig) +0,6 % +0,3 %
Jeweils 2. Quartal 2026. Die Indizes haben unterschiedliche Methoden und Basisjahre; vergleichbar sind nur die Veränderungsraten. Quellen: Statistik Austria, BFS, Destatis.

Österreich: Preise auf Allzeithoch

Laut Statistik Austria sind die Preise für Wohneigentum in der ersten Jahreshälfte 2026 auf ein Allzeithoch gestiegen. Im ersten Halbjahr lag der Häuserpreisindex 3,9 Prozent über dem Vorjahreszeitraum, im zweiten Quartal betrug das Plus laut Übersicht der Statistik Austria 5,1 Prozent. Neuer und bestehender Wohnraum verteuerten sich fast gleich stark.

Schweiz: Eigentumswohnungen ziehen an

Der Wohnimmobilienpreisindex des Bundesamts für Statistik stieg im zweiten Quartal um 0,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal und um 3,5 Prozent zum Vorjahr. Eigentumswohnungen verteuerten sich innerhalb eines Quartals um 1,6 Prozent, Einfamilienhäuser wurden 0,4 Prozent günstiger. Am stärksten stiegen die Preise in städtischen Gemeinden.

Für Eigentümerinnen und Eigentümer in der Schweiz steht zudem ein Systemwechsel an: Der Bundesrat hat die Abschaffung des Eigenmietwerts auf den 1. Januar 2029 in Kraft gesetzt. Dann entfallen auch Abzüge für Unterhaltskosten, Schuldzinsen sind nur noch eingeschränkt abziehbar.

Deutschland: Stadt teurer, Land teils günstiger

In Deutschland stiegen die Preise für Wohnimmobilien laut Statistischem Bundesamt im zweiten Quartal 2026 um 0,6 Prozent zum Vorjahr. In kreisfreien Großstädten wurden Eigentumswohnungen 2,0 Prozent teurer, in den sieben größten Metropolen dagegen 0,4 Prozent günstiger. In dicht besiedelten ländlichen Kreisen sanken die Preise für Eigentumswohnungen um 1,8 Prozent.

Was du jetzt tun kannst

  • Vergleiche Kaufpreise immer mit der Entwicklung in deiner Region – die Landeszahlen sind Durchschnittswerte.
  • Rechne die Finanzierung mit aktuellen Zinsen durch, nicht nur den Kaufpreis.
  • In der Schweiz: Plane die steuerlichen Folgen des Wegfalls des Eigenmietwerts ab 2029 frühzeitig ein, etwa beim Abbau von Hypotheken.

Quellen

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