Vorsicht vor Baranzahlungen bei Immobilienverkäufen, Immobilienkäufen oder Anmietungen in Bulgarien! Hier die Stadt Burgas. (Bild: pixabay.com}

Wer in Bulgarien auf Geschäftsreise gehen möchte oder in den Urlaub, der muss aufpassen: Die bulgarische Zeitung „Monitor“ (Quelle: 1) vermeldete jetzt in Sofia:

„2000 gefälschte Inserate zu Vermietungen“. Dann schildert die bulgarische Zeitung die Betrugsmasche, auf die schon so viele Geschäftsleute oder Privatleute hereingefallen sind: Mann solle Geld anzahlen für eine Wohnung oder ein Haus. Das Problem:

Die Immobilien gibt es gar nicht. Es ist eine für Laien und auch Geschäftsleute häufig nur schwer zu durchschauende Betrugsmasche.

Sie wird seit Jahrzehnten hochprofessionell in ganz Europa besonders gerne von hochstapelnden und betrügerisch agierenden Zigeunerbanden in allen möglichen Branchen als Geschäftsmodell praktiziert.

Die Täter werden fast nie gefasst, da sie ihre Opfer gerne auf Hotelparkplätze locken, in Einkaufszentren oder Hotellobbys. Also dorthin, wo man meint, auf Grund von Überwachungskameras oder vieler Anwesender sei man sicher.

Selbst Unternehmer, die einen Kredit in Millionenhöhe möchten, werden so mit Darlehensanzahlungen, die in einem Fake-Darlehensvertrag als „Kreditausfallversicherung“ bezeichnet werden, über den Tisch gezogen (Quelle: 2).

In einem Fall kam im Sommer 2016 sogar ein Leipziger Millionär und Internetunternehmer dabei ums Leben: Er stürzte nach dem Betrug mit drei anderen Personen in einem Privatflugzeug – einer Piper 32 – über Slowenien auf dem Rückflug von Italien ab (Quelle: 3).

Die Betrugsmasche mit Immobilienanzeigen für Immobilien, die es dann gar nicht gibt, läuft in Bulgarien wie folgt:

Man solle eine Anzahlung für ein Haus oder eine Wohnung machen – am besten per Banküberweisung. Angeblich, wird in den Anzeigen behauptet, seien die Wohnungen oder Häuser leer – deshalb könne man sie entweder kaufen oder mieten.

Solche Anzeigen erscheinen im Internet, aber auch in seriösen Printmedien, derzeit flächendeckend in Bulgarien.

Da die Geschädigten häufig eher kleinere Beträge verlieren, werde derzeit aber noch nicht richtig ermittelt, so die bulgarische Zeitung Monitor in ihrem Bericht.

Seit dem Frühjahr 2017 würden solche Anzahlungs-Geschäfte mit Fake-Immobilien in Bulgarien zunehmen, heißt es.

In den Jahren zuvor hatten die Gangster in einer ähnlichen Betrugsmasche gezielt Personen angesprochen, welche sich ihre Hypotheken-Darlehen auf ein neues Haus nicht mehr leisten konnten. Diesen Zielgruppen hatte man angeboten, ihre Hypothek, also den Immobilienkredit, abzulösen.

Für eine Kreditablöse müsse man nur einen Darlehensvertrag unterschreiben und dann in bar eine Anzahlung leisten. Die Anzahl – 10 bis 15 Prozent des Kredites – diene einer eingeblichen „Kreditausfallversicherung“.

Doch dann kommt die böse Existenzen vernichtende Überraschung: Statt des Geldes erhalten die Opfer Blüten, Falschgeld. Nur die oberste Schicht hat eventuell original Geld – meist in einer fremden Währung, wie Schweizer Franken.

Diese als Rip Deal genannten Betrugsmaschen gehen so schnell über die Bühne, meist in wenigen Minuten, dass die Opfer keine Chance haben. Es handelt sich um hoch professionelle Trickbetrüger, ähnlich der Hütchenspieler in Berlin oder Paris oder den berühmten Wechselstuben-Betrügern auf Bali in Indonesien.

Die Anzeigen rund um Immobilienbetrug in Bulgarien werden häufig von angeblichen, in der Realität aber gar nicht vorhandenen „Maklern“ aufgegeben. Auch die Telefonnummer, welche man anrufen solle, endet bei Betrügern – meist Frauen, die als Steigbügelhalter für die Hintermänner oder Hinterfrauen dienen.

Beliebt ist zudem ein oder mehrere Videofilme auf Portalen wie YouTube. Hier erhält man dann einen angeblichen „Eindruck“ vom dem zu mietenden oder zu kaufenden Haus oder der Wohnung:

„Sie suchen ein Haus? Du suchst ein Bedroom-Apartment?“, sprechen die Kriminellen ihre Opfer in den YouTube-Videos oder auf anderen Videoplattformen an.

Als Opfer werden von den Tätern Hausfrauen auf dem Land genauso erhofft, wie Geschäftsleute oder höhere Angestellte, die nach Geld ausschauen.

Mal müsse man 300 Euro anzahlen, dann Tausende oder über eine Millionen Euro. Die Polizei in Bulgarien verzeichnet bereits über 2000 Opfer, schreibt Monitor.

Auch in Deutschland oder anderen europäischen Ländern (Quelle: 4) wird die Masche mit dem Immobilienbetrug oder angeblicher Darlehen, für welche man Bargeld (meist in einem Ausland) anzahlen müsse, über Anzeigen gefahren (Quelle 5).

Einzelnachweise:

1. „2000 фалшиви обяви за наем никнат на ден“ (übersetzt: „2000 gefälschte Inserate zum mieten springen täglich“, von Boyan Dimitrov in „Monitor“ Bulgaria vom 26. Juni 2017.
2. „Der Absturz des Thomas Wagner: Lange ging es nur aufwärts im Leben des Dotcom-Millionärs Thomas Wagner. Dann geriet sein Unternehmen Unister ins Trudeln, und er ließ sich auf einen dubiosen Deal ein. Obwohl er gewarnt war.“, von Kerstin Herrnkind und Holger Witzel sowie Stepan Milcic in „Der STERN“ vom 05. Januar 2017.
3. „… glaubt nicht an Absturz“, von e/chg in Leipziger Volkszeitung vom 14. Juli 2016.
4. „Falsche Immobilien-Anzeigen Betrug mit Berliner Luxuswohnungen“, von Thomas Kutschbach in Berliner Zeitung vom 03.06.14.
4. „Warning , beware for fake Paris apartment rentals (€1000)“, in paris.craigslist.fr vom 17. Juni 2017.

5.  „Vorsicht! Fälle von „Rip-Deal“ in der Schweiz“, von M. H., Schweizer Polizei Pressemitteilung vom 9. März 2017 in Polizeiticker.ch.

Von Admin

Ein Gedanke zu „Rip Deal: Immobilienanzeigen in Bulgarien fordern für nicht vorhandene Häuser Anzahlungen“

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