ICO steht kurz bevor +++ Venezuelas Kryptowährung Petro startet Mitte Februar +++ So kaufen Sie

In wenigen Tagen startet Venezuelas Kryptowährung, der Petro. Der durch Öl abgesicherte Digitalcoin könnte nicht nur dem stark wirtschaftlich gebeutelten Land zu einem neuen Aufschwung verhelfen, sondern auch zu einem neuen Krypto-Boom führen. Steuerratschlag.eu erklärt Ihnen, wie Sie an die vielversprechende Digitalwährung kommen. 

In den vergangenen Wochen ist der Krypto-Markt dramatisch eingebrochen. Der Bitcoin verlor seit seinem Allzeithoch über 70 Prozent seines Wertes, Ripple sogar 80 Prozent. Viele Anleger sind jetzt verunsichert und hoffen auf Venezuelas Kryptowährung, den Petro. Die weltweit erstmals durch Öl abgesicherte und staatlich aufgelegte Kryptowährung könnte dem Markt zu einem neuen Aufschwung verhelfen.

5,3 Milliarden Fässer Öl sichern Wert des Petros

Denn: Während sich der Wert von Bitcoin, Ripple und Co. vor allem auf deren Nachfrage stützt, ist Venezuelas neue Kryptowährung durch die riesigen Ölreserven des Landes gedeckt – ein absolutes Novum am Markt.  Wie mittlerweile bekannt ist, ließ Venezuelas Präsident Nicolás Maduro 5,3 Milliarden Fässer Rohöl mit einem Wert von umgerechnet 267 Milliarden US-Dollar festschreiben, um den Petro abzusichern. Darüber hinaus sollen auch andere Bodenschätze wie Diamanten und Erdgas als Sicherheit hinterlegt werden. [1]

Das sogenannte Initial Coin Offering, kurz ICO, für den Petro beginnt am 20. Februar 2018 um 13:30 Uhr deutscher Zeit. Bei einem ICO handelt es sich um eine Art Börsengang für Kryptowährungen. Investoren sichern sich dabei einen Anteil an einer neu emittierten Kryptowährungen im Austausch gegen Fiat-Geld oder andere etablierte Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum.

ICO läuft in mehreren Phasen ab

Der Petro-Verkauf verläuft, wie für ICOs üblich, in mehreren Phasen. Vom 20. Februar bis zum 19. März werden 38,4 Millionen Petro-Tokens in Form eines „Private Sales“ an Investoren zu einem Preis von 60 US-Dollar herausgegeben. Für den Vorverkauf verspricht die Regierung zudem Rabatte von bis zu 60 Prozent, um eine konsistente Nachfrage an der Kryptowährung zu gewährleisten.

Weitere 44 Millionen Petros werden Privatanlegern nach dem Pre-Sale ab Mitte März zum Kauf angeboten, während die restlichen 17,6 Millionen Stück in der Hand der Venezuelanischen Aufsichtsbehörde für Kryptowährungen bleiben.

Die Regierung stellt insgesamt 100 Millionen Petro-Tokens zu einem Preis von je 60 US-Dollar zur Verfügung. Damit beträgt das Gesamtvolumen mehr als 6 Milliarden US-Dollar – Kapital, das Venezuela dringend gebrauchen kann. [2]

Über welche Plattform der Kauf erfolgen soll, verrät das Papier noch nicht. Höchstwahrscheinlich müssen sich Interessenten auf der offiziellen Petro-Seite registrieren. Nach Abschluss des ICOs soll der Petro ab April 2018 wie jede andere Währung über mehrere Kryptobörsen gehandelt und verkauft werden können.

Petro soll Venezuela aus Wirtschaftskrise verhelfen

Die Herausgabe einer eigenen, durch Öl-gedeckten Kryptowährung ist ein geschickter Schachzug von Präsident Maduro, um Venezuela aus der Krise zu helfen. Das Land leidet seit Jahren unter einer schweren Wirtschafts- und Versorgungskrise.

Neben Korruption und Misswirtschaft macht den Venezuelern auch die Blockadepolitik der USA und der EU zu schaffen, die das Land weitgehend von den Finanzmärkten abschneidet. [3] Mit dem Handel von Cyperwährungen will sich das krisengeschüttelte Land nun wieder Zugang zu ausländischen Devisen verschaffen.

USA warnen vor Petro-Coin

Die US-Regierung sieht das Vorhaben Maduros nach wie vor kritisch und warnte jüngst Investoren davor, in den Petro einzusteigen. Grund: Vor allem US-Anleger würden mit ihrem Investment in die südamerikanische Kryptowährung die von der Trump-Regierung verhängten Wirtschaftssanktionen umgehen, wonach der Handel mit Staatsanleihen verboten sei.

In einem Statement des US-Finanzministeriums heißt es laut Reuters: „Die Kryptowährung Petro entspricht einer Kreditvergabe an die venezolanische Regierung … und könnte bei US-Bürgern zu rechtlichen Konsequenzen führen.“ (Zitat im Original: “The petro digital currency would appear to be an extension of credit to the Venezuelan government … (and) could therefore expose U.S. persons to legal risk.”) [4]. “Deutsche oder andere EU-Bürger dürfen nach derzeitigem Wissensstand aber in den Petro investieren”, sagt ein Kenner der Kryptoszene (bei Zweifeln bitte den eigenen Steuerberater fragen!).

Opposition erklärte den Petro für illegal

Gegenwind bekommt Manduro auch von der Opposition, die den Petro für illegal erklärte. Nach Ansicht des Parlaments, das von der Oppostion kontrolliert wird, verstoße Manduro sogar gegen die Verfassung, da über den Petro ein Ausverkauf der venezolanischen Öl-Reserven stattfände. [5]

Ob unter diesen schwierigen Bedingungen der Petro ein Erfolg werden kann, bleibt daher noch abzuwarten. Trotz der zahlreichen Risiken dürfte der innovative Ansatz, eine durch Öl abgesicherte Kryptowährung zu emittieren, und die Aussicht auf enorme Kurssteigerungen wie beim Bitcoin nur wenige Krypto-Jünger davon abhalten, in den Petro zu investieren.

Einzelnachweise

[1] Venezuela Unveils Mining, Trading, and Launch Details of National Cryptocurrency von Kevin Helms, in: Bitcoin.com vom 31.12.2017. Abruf am 07.02.2018.

[2] Petro White Paper von SUPCACVEN, in: http://elpetro.gob.ve/ vom 20. Januar 2018. Abruf am 07. Februar 2018.

[3] Venezuela-related Sanctions von US-Treasury, in: treasury.gov. Abruf am 07.02.2018

[4] U.S. warns investors over Venezuela’s ‘petro’ cryptocurrency von Lesley Wroughton, Girish Gupta, in: Reuters.com vom 16. Januar 2018. Abruf am 07. Februar 2018.

[5] Venezuela’s Congress declares ‘petro’ cryptocurrency illegal von Reuters, in: Reuters.com vom 9. Januar 2018. Abruf am 07. Februar 2018.

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