Kryptobetrug+++ Staat Texas verbot DavorCoin wegen illegaler Wertpapier-Ausgabe +++ BaFin schweigt

Nach dem großen Millionenbetrug an vermeintlich Zehntausenden Anlegern durch die Kryptowährung DavorCoin, welchem auch deutsche Anleger zum Opfer gefallen sind (steuerratschlag.eu berichtete und berichtet auch künftig zum Fall), wird bekannt: Die Wertpapierbehörde von Texas, das Texas State Securities Board (TSSB), hatte bereits am 2. Februar 2018 gegen DavorCoin eine Notfall-Unterlassungsverfügung erlassen. [1]

Damit geht der US-Staat Texas innerhalb kürzester Zeit rechtlich gegen eine weitere Cryptocurrency, also Kryptowährung vor. Der DavorCoin (https://davor.io/) wird auch als Davor Coin geschrieben. Der Krypto-Coin bezeichnet sich selbst als “DavorCoin – One of the most ambitious cryptocurrency projects”.

Davorcoin rief erst vor zwei Monaten, im Dezember 2017, Investoren, vor allem Kleinanleger auf, eine Art Darlehen an DavorCoin zu geben mit einer Mindestlaufzeit von bis zu circa einem halben oder ganzen Jahr. Vermeintlich Tausende Investoren aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Asien oder den USA folgten dem Aufruf, da die Davor Coin-Webseite durchaus seriös wirkte.

  • Das in Bitcoins einbezahlte Darlehen werde den Investoren, versprach DavorCoin, zu höchsten Zinsen verzinst. Aus 35.000 Euro sollten angeblich innerhalb weniger Monate durch die Zinsen gut 120.000 Euro werden.
  • In einer am 2. Februar 2018 unterzeichneten Erklärung sagte dazu aber die amerikanische Finanzaufsichtsbehörde, das “Texas State Securities Board”, DavorCoin habe nicht registrierte Wertpapiere mit betrügerischen und irreführenden Informationen ausgegeben, um Investoren anzuziehen und abzuziehen.

Die Einreichung erfolgt nur wenige Tage, nachdem die TSSB-Finanzaufsicht eine ähnliche Unterlassungserklärung über ein anfängliches Münzangebotsprojekt mit dem Namen R2B Coin erlassen hatte. Zudem hatte die TSSB-Finanzaufsicht Ende Januar 2018 ein Verbotsverfahren gegen ein fast identisches Cryptowährungsumtausch- und -leihprogramm wie DavorCoin initiiert und zwar gegen die Börse BitConnect.

  • Doch damit nicht genug: Amerikanische Verbraucher und Anwälte haben im Zuge des TSSB-Verbots bereits eine Sammelklage gegen die Macher von BitConnect eingereicht.

TSSB sagt in seiner Stellungnahme, dass DavorCoin ganz ähnlich wie BitConnect funktioniere und komischerweise aufgetaucht sei, als sich ein Verbot von BitConnect durch US-Behörden bereits abzeichnete.

Wie steuerratschlag.eu. berichtete, kommt auch die TSSB-Agentur zu der Schlussfolgerung, dass DavorCoin im Dezember 2017 ein Kreditprogramm aufgelegt hatte, welches bis zum 7. Februar 2018 lief und an diesem Tag für die Anleger völlig überraschend komplett eingestellt wurde. Das führte wiederum für mutmaßlich zehntausende Anleger faktisch zu einem Komplettverlust. Denn auch die Darlehen, die teils bis an die 100.000 US-Dollar heranreichten, wurden nicht mehr ausbezahlt. Unter den Opfern sind auch Deutsche, wie steuerratschlag.eu berichtete.

Über 50 Millionen Euro abkassiert?

“Investoren verloren mutmaßlich Hunderte Bitcoins mit einem Gegenwert von möglicherweise weit über 50 Millionen Euro”, erklärt ein Insider gegenüber steuerratschlag.eu. Grund: DavorCoin setzte nach eigenen Angaben pro Tag über eine Millionen Euro um. Der Coin lief aber gut zwei Monate.

Besonders stört sich die TSSB-Finanzaufsicht daran, dass DavorCoin den Anlegern in einem sogenannten angeblichen “Profit Calculator” geradezu astronomische Rendite versprochen hatte. Diese Renditeversprechen, beziehungsweise Zinsversprechen, fielen aber nach Aussagen von TSSB rechtlich unter die Definition eines Wertpapieres. Doch Wertpapiere müssten in den USA wiederum staatlich registriert und zugelassen werden. Eine solche Zulassung gebe es aber bei DavorCoin nicht.

Nach TSSB-Aussage mussten die Investoren den Token des Projekts, eben DavorCoin genannt, über Bitcoins kaufen. Erst dann konnten sie an dem Kreditprogramm als Darlehensgeber teilnehmen:

“Etwa um 5.30 Uhr mittelamerikanischer Zeit (CST) gab am 26. Januar 2018 es [DavorCoin] bekannt, dass ein Investor, der 30.000 US-Dollar dem DavorCoin Kreditprogramm zur Verfügung stellt und eine Sperrzeit von 120 Tagen auswählt 513 US-Dollar pro Tag verdienen kann, 3591 Dollar pro 7 Tage,  15.390 Dollar pro 30 Tage und 107.217 Dollar zum “Capital Release Day” am 23. August 2018 “.

Das TSSB sagt, dass das Projekt von Anfang an ein Anlagebetrug gewesen sei, da DavorCoin absichtlich wesentliche Informationen über sein Geschäft – einschließlich seiner Grundsätze und seines Geschäftsstandortes – verborgen habe und auch, wie es die Investitionsversprechen für die Investoren überhaupt umsetzen wolle.

Die Finanzaufsichtsagentur von Texas sagte zudem, dass ihr Mandat zwar nicht darauf abziele, Kryptowährungen zu regulieren. Sie werde aber weiterhin Kryptowährungsprojekte überwachen, die darauf abzielten, den Anlegern Renditen zu versprechen.

Texas warnte früh vor dem Betrugssystem DavorCoin

In einer Stellungnahme an CoinDesk kommentierte Joseph Rotunda, der Direktor der Vollstreckungsbehörde des TSSB:

“Da Kryptowährungen in den Medien und in der Öffentlichkeit weiterhin großes Aufsehen erregen, stellen diese illegalen und betrügerischen verbrieften Kryptowährungsangebote eine ernsthafte Bedrohung für traditionelle Anleger dar. Eine angemessene Beschreibung der Bedingungen eines Produkts, der Identität und der Qualifikationen der Auftraggeber und die mit einem Angebot verbundenen materiellen Risiken können traditionelle Anleger einem irreparablen Schaden aussetzen.”

DavorCoin habe sich gegenüber CoinDesk nicht geäußert. Auch steuerratschlag.eu erhielt trotz mehrerer Mails von DavorCoin keine Antwort.

Nächster Betrug in Form dieses dubiosen Coins?

DavorCoin und die BaFin und taucht mit dem United Emirate Coin schon der nächste Betrug auf?

Warum die BaFin, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, sich bislang kaum um eine Zulassung oder Kontrolle von neuen Coins, also ICO kümmert, die aus dem Ausland auch in Deutschland vertrieben werden, verwundert nicht nur Anleger, sondern verärgert diese auch:

 “Ich finde es einen Skandal, dass die BaFin, die sich sonst um jeden Scheiß kümmert, ausgerechnet bei Kryptos offensichtlich überhaupt keinen Durchblick hat und gegen offensichtliche Betrugscoins wie den Davor Coin oder den United Emirate Coin, der über unitedemiratecoin.io vertrieben wird, nicht vorgeht. Denn auch dieser in Deutschland vertriebene Coin hat ein ganz ähnliches System, wie der Davor Coin und lässt deshalb die Sorge, es könnte Betrug sein, erheblich wachsen”, sagt Peter, ein Investor gegenüber steuerratschlag.eu.

Anfragen eines deutschen Investors, der im Januar 2018 insgesamt 2000 Euro bei United Emirate Coin in Form von Bitcoins eingezahlt hatte, aber derzeit nicht mehr an sein Konto kommt, waren von United Emirate Coin bislang nicht beantwortet worden, weiß steuerratschlag.eu. Heißt: Auch das ist kein gutes Zeichen.

Die original Stellungnahme des Texas State Securities Board (TSSB) gegen den Davor Coin stellen wir in diesem Text weiter unten zur Verfügung (Übersetzung aus dem Englischen basiert auf einer leicht redigierten Version von Google Translator).

Einzelverweise

Original Verbotserlass gegen DavorCoin durch den Staat Texas

3. Februar 2018 – “Texas Securities Commissioner Travis J. Iles erließ am 2. Februar eine Emergency-Cause-and-Desist-Order gegen DavorCoin, Unternehmen, das Investitionen in ein Cryptocurrency-Darlehensprogramm in Texas anbietet.

Die Notverordnung ergab, dass DavorCoin den Anlegern mitteilt, dass sie lukrative Gewinne erzielen können, indem sie in ein Kreditprogramm investieren, das auf einer neuen Kryptowährung namens Davorcoin basiert. Investoren kaufen angeblich Davorcoin (Anmerkung steuerratschlag.eu: im Tausch zu Bitcoins) und verleihen es dann DavorCoin.

Gemäß der Anweisung sagt DavorCoin, dass ein Investor, der 30.000 Dollar an Davorcoin leiht, im ersten Monat des Programms 15.390 Dollar verdienen und nach 120 Tagen 107.217 Dollar erhalten kann.

DavorCoin stellt jedoch keine Details darüber zur Verfügung, wie diese Gewinne generiert werden. DavorCoin gibt auch nicht die Identität seiner Auftraggeber oder seinen Geschäftssitz bekannt und behauptet stattdessen, dass “aufgrund von Steuer- und Regulierungsrisiken” seine Domizilierung nicht offiziell sein kann.

DavorCoin schien die Vermarktung seines Kreditprogramms nach der Schließung einer anderen Cryptocurrency-Plattform, BitConnect, zu intensivieren (Anmerkung Redaktion steuerratschlag.eu: u.a. durch Anzeigenschaltungen über das Google Adwords-Werbeprogramm).

Nach Kommissar Iles trat am 4. Januar 2018 trat eine Notfallunterlassungsanordnung in Kraft, um die von BitConnect durchgeführten illegalen und betrügerischen Angebote zu stoppen.

Laut der Enforcement Division des State Securities Board reagierte DavorCoin auf die Schließung von BitConnect mit der Ankündigung: “Das ändert nichts für uns” und DavorCoin ist jetzt “die Nummer 1 der Kreditplattform der Welt!”

Kommissar Iles warnte die potenziellen Investoren, sich nicht in den Hype um Kryptowährungen einzukaufen, ohne genau zu bestimmen, in was sie investieren.

“Promotoren von betrügerischen verbrieften Kryptowährungen verwenden Technologie auf eine Weise, die ihre Identität und ihre Handlungen verschleiert”, sagte er.  “Letztendlich investieren die Anleger in nichts mehr als ein Versprechen, das über eine Website einer anonymen Gruppe abgegeben wird.”

Die Enforcement Division stellte auch fest, dass DavorCoin eine nicht registrierte Firma ist und unregistrierte Wertpapiere über Tochtergesellschaften verkauft, die gegen den Texas Securities Act verstoßen.

Der DavorCoin-Auftrag ist die vierte Notfallmaßnahme gegen nicht registrierte ausländische Unternehmen, die mit Kryptowährungen verbundene Investitionen verkaufen. Die anderen sind:

– R2B Coin , eine in Hongkong ansässige Gesellschaft, die Anlagen in ihrer eigenen Währung, eine r2b-Münze, verkauft und den Anlegern der Münze sagt, sie werde “niemals an Wert verlieren”.

– BitConnect , ein in Großbritannien ansässiges Unternehmen, das zum Zeitpunkt des Auftrags einen Marktwert von 4,1 Milliarden Dollar für seine BitConnect Coin-Währung beansprucht hat.

– USI-Tech , ein in Dubai ansässiges Unternehmen, das dreistellige Renditen aus Investitionen im Zusammenhang mit dem Abbau von Bitcoin verspricht.

Die vier genannten Unternehmen haben Texas-Investoren über Websites, soziale Medien und Online-Werbung angeworben.

DavorCoin sagt den Anlegern, dass Davorcoin “die beste Alternative zu aktuellen beliebten Münzen wie Bitcoin und Ethereum sein will.”

Das Unternehmen rekrutiert Personen, die nicht als Wertpapierhändler oder Agenten registriert sind, um als verbundene Unternehmen tätig zu sein, und bietet Anlagen in das DAVORCOIN Lending Program in Texas an.

DavorCoin hat 31 Tage Zeit, um die Bestellung vor dem Landesamt für Verwaltungsgerichtsbarkeit anzufechten.”

Das hat sich nun erledigt, da Investoren um mutmaßlich zig Millionen US-Dollar, beziehungsweise Euro betrogen worden sind. Also ganz so, wie es die Aufsichstbehörde in Texas befürchtet hat. [2]

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