Neues Vorstandsmitglied bei Porsche: Dr. Michael Steiner.
Neues Vorstandsmitglied bei Porsche: Dr. Michael Steiner.

Der Porsche-Vorstand für Entwicklung, Wolfgang Hatz (57), verlässt das Unternehmen. Allerdings hat dies nichts mit seiner Tätigkeit bei Porsche zu tun, sondern damit, dass er zuvor im krisengeschüttelten Volkswagen Konzern war.

Nachfolger von Hatz wird Dr. Michael Steiner, 51 (Foto), der künftig im Vorstand der Porsche AG für die Bereiche Forschung und Entwicklung offiziell verantwortlich zeichnet. Zum Abgang von Hatz teilte die Porsche AG mit:

„Er verlässt den Sportwagenhersteller auf eigenen Wunsch; sein Vertrag wurde auf seine Initiative hin vom Aufsichtsrat einvernehmlich aufgelöst. Steiner ist bereits seit 14 Jahren im Porsche-Entwicklungs­zentrum Weissach in führenden Positionen tätig, zuletzt als Leiter Entwicklung Gesamtfahrzeug/Qualität.“

Hatz – ein Name, der in Süddeutschland sehr weit verbreitet ist – soll zwischen 2007 und 2012 für die Motorenentwicklung von VW zuständig gewesen sein, was ihm heute wohl seinen Traumjob bei Porsche kostet.

Relativ zeitnah mit Bekanntwerden des Abgasskandals bei VW-Dieselfahrzeugen hatte Porsche vorsorglich Wolfgang Hatz beurlaubt. Dieser Schritt war angesichts der Größe des VW-Skandals unausweichlich. Allerdings gibt es bis heute keinen Beleg, dass Hatz in irgendeinerweise von den Abgasmanipulationen bei Behörden-Tests informiert war.

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Vergangenheit bei VW holt Vorstandsmitglied bei Porsche ein

Hatz zu Last wird gelegt, dass er genau zum Zeitpunkt, als die Betrugssoftware für Abgaswerte-Tests in VW-Autos in den Jahren 2007 bis 2012 verbaut wurde, bei VW war.

Hatz selber soll während seiner Beurlaubung an der Aufklärung zu möglichen Verantwortlichkeiten rund um den Abgasskandal bei VW mitgewirkt haben. Doch auch während der intensiven Untersuchungen hätten sich bislang nicht einmal ansatzweise Mitverantwortlichkeiten von Hatz für den Diesel-Betrugsskandal ergeben, teilte Porsche mit.

Die Untersuchungen bei VW sind jedoch noch lange nicht abgeschlossen und dürften sich über Jahre hinziehen.

Hatz sagte zu seinem Abgang bei Porsche: „Ich blicke gerne auf meine Zeit bei der Porsche AG zurück und ­begrüße außerordentlich, dass Michael Steiner meine Nachfolge antritt“.

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Angeblich hätten Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der Porsche AG schon länger für klarere Verhältnisse im Unternehmen gebeten, wird aus dem Umfeld von Porsche kolportiert. Seine Hand schützend über Hatz hatte bis zuletzt der seit einigen Monaten agierende neue Porsche-Vorstandschef Oliver Blume gehalten.

Steiner sei ein bestmöglicher Experte als Nachfolger bei Porsche

Blume sagte zum Personalwechsel: „Mit Michael Steiner haben wir den bestmöglichen Experten als neues Mitglied des Vorstandes für Forschung und Entwicklung in den eigenen Reihen gefunden“.

Der Aufsichtsratsvorsitzende und Hauptaktionär von Porsche, Dr. Wolfgang Porsche, dankte Wolfgang Hatz „ausdrücklich“ für seine großen Verdienste, welche er in rund fünf Jahren als Hausherr in Weissach erworben habe. Zu diesen zähle nicht nur „die sehr erfolgreiche Weiterentwicklung der Porsche-Modellpalette, sondern auch die Einführung innovativer Highlights wie etwa den Supersportwagen 918 Spyder und der Wiedereinstieg in den Spitzenmotorsport“.

Weiter sagte Wolfgang Porsche: „Dass Wolfgang Hatz im Juni 2015 den Doppelsieg der Porsche LMP1-Rennwagen in Le Mans feiern konnte, war die Krönung seiner hervorragenden Arbeit“.

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Darüber hinaus habe Wolfgang Hatz ganz wesentlichen Anteil an der Konzeptstudie Mission E, welche auf der IAA 2015 vorgestellt worden war. Der erste rein elektrisch angetriebene Sportwagen der Markengeschichte von Porsche werde Ende des Jahrzehnts in Serie gehen.

Auch Cayenne steht in den USA teils im Verdacht

Bei Porsche selber stehen in den USA rund 13.000 Autos des Geländewagenmodells Cayenne im Verdacht, mit der Behördentest-Betrugssoftware ausgestattet zu sein.

Gemessen am weltweiten Porsche-Absatz sind nur rund zwei Prozent der in den Jahren 2013 bis 2015 verkauften Porsche-Fahrzeuge mit einer Software ausgestattet, die bei Abgastests in Laboren andere Werte ausweist, als auf der Straße im realen Verkehr. Deshalb hatte Porsche „freiwillig“ 33.000 dieselbetriebene Porsche Macan-Geländewagen in die Werkstätten zurückbeordert, gab aber vorsorglich bekannt, dass Dieselmotoren von Porsche von Audi geliefert werden.

Porsche schreibt über den nun im Fokus stehenden Macan:

„Wer lieber eigene Spuren hinterlässt, braucht nicht denen anderer zu folgen. So und nicht anders denken wir auch über Fahrzeuge, die man als kompakte SUVs bezeichnet: 5 Türen, 5 Sitze, Allradantrieb – und natürlich eine erhöhte Sitzposition. Aber fehlt da nicht noch was?

Etwas, das Leben reinbringt. Das uns hautnah die Straße spüren lässt. Uns intensiven Fahrspaß bringt. Reichlich Platz für Hobby, Freizeit und Sport bietet. Aber nicht für Kompromisse. Das kompakt, konzentriert und intensiv, aber dennoch kraftvoll ist. Das alltagstauglich, aber niemals alltäglich ist.

Nach diesen Maßstäben haben wir den Macan gebaut. In 5 unterschiedlichen Ausprägungen. Jeder ein Sportwagen. Jeder unverwechselbar in seinem Segment. Jeder ein echter Porsche – vom Design über die Fahrdynamik bis hin zur Ausstattung. Von unserem dynamischen Einstiegsmodell zur besonders sportlichen S-Variante und dem leistungsgesteigerten GTS-Modell über den effizienten Marathonläufer mit Dieselaggregat bis hin zum Turbo, der Performance- Maßstäbe in seiner Fahrzeugklasse setzt.“

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Von Herbert

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