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Montag, 10. Dezember 2018

Keyless-go System: Polizei warnt vor Dieben von Mercedes, BMW, Audi

Auch gegen Mercedes-Benz mehren sich die Vorwürfe, das keyless-System sei nicht sicher.
Auch gegen Mercedes-Benz mehren sich die Vorwürfe, das keyless-System sei nicht sicher.

Es sind Luxusautos und das Keyless-go System scheint auf den ersten Blick innovativ: Statt eines üblichen Zündschlüssel schiebt man in den BMW, Porsche, Audi oder Mercedes-Benz nur noch eine Art dicken schlüsselartig aussehenden Chip. Diesen dreht man jedoch nicht um, sondern belässt ihn in der davor vorgesehenen kleinen Steckdose am Armaturenbrett – meist links oder rechts unterhalb des Lenkrads.

Doch machen es die modernen schlüssellosen Digital-Autos zunehmend Dieben einfach. So warnte nun die Polizei in Baden-Württemberg als auch der ADAC Nordbaden vor dem Kauf von Keyless-go Systemen, da diese es Autodieben erheblich vereinfachten. Das heißt nichts anderes, als dass die Technik in zahlreichen Fällen noch nicht ausgereift ist. Besonders von Diebstählen betroffen seien seit Anfang des Jahres 2016 Keyless-go-Autos von Mercedes, BMW und Audi .

Das Auto wird beim Keyless-go System über das Drücken eines kleinen, meist runden Knopfes gestartet, auch welchem „Start“ steht. Im Falle des circa 170.000 Euro teuren Porsche Carrera 911 GTS Cabrio Automatik kann das Auto beim Drücken von „Start“ jedoch erst dann erfolgreich verlaufen, wenn der Schalthebel von „P“, welches für „Parkmodus“ steht, zu „D“, also „Drive“ (nach vorne fahren) oder auf „R“ für „Rückwärtsfahren“ manuell geschoben wird.

Zudem muss man vor dem Start eines modernen Automatik-Porsche – das ist technischer Zwang – mit dem rechten Fuß auf der Fußbremse stehen. Ist das Fußbremspedal nicht gedrückt, lässt sich auch über Drücken der „Start“-Taste der Motor gar nicht anstellen. All dies soll verhindern, dass das Auto sich in eine nicht gewünschte Richtung abrupt bewegt und einen Unfall oder Personenschaden verursacht.

Digitaltechnik vom Feinsten ist aber nicht nur eine Gefahr für den eigenen Geldbeutel – durch Autodiebe – sondern kann auch das eigene Leben bedrohen. Dies zeigt nun der verstorbene 27-Jährige amerikanische russischstämmige Schauspieler Anton Yelchin (Star Trek). Er hatte einen 4,83 Meter langen Grand Cherokee des italienisch-amerikanischen Autokonzerns Fiat-Chrysler gefahren.

Dieses Auto soll sich, da die Technik mit dem Parkmodus nicht ausgereift sein soll, angeblich an einer Auffahrt in Bewegung gesetzt haben und den Schauspieler an seiner Grundstücksauffahrt zerquetscht haben. Der Hollywoodstar Anton Yelchin soll irrtümlich davon ausgegangen sein, wonach sein Automatik-Auto im Parkmodus sei. Wie genau der Unfall passiert sein könnte, darüber ermittelt derzeit die US-Polizei. Doch Fakt ist:

Beim neuen Porsche 911 Automatik hätte der Unfall nicht passieren können

Beim neuen Porsche 911 Carrera GTS Automatik hätte ein solcher Unfall gar nicht passieren können, da man den Schlüsselchip erst dann aus der Dose ziehen kann, wenn man das Auto auf „P“, also „Parken“ gestellt hat.

Seit April rief wohl Fiat Chrysler alle Modelle der Baureihe „Jeep Grand Cherokee“ in den USA zurück und zwar jene, die zwischen 2014 und 2015 produziert worden waren. Dies teilte die US-Bundesbehörde für Straßen- und Fahrzeugsicherheit (NHTSA) mit. Gut möglich, dass auch das Auto von Anton Yelchin betroffen ist und ihm zum Verhängnis wurde, dass er entweder die Rückrufaktion nicht mitbekommen hatte, oder schlicht es verpasste, sein Auto in eine Werkstatt zu bringen.

Die amerikanische Bundesbehörde für Straßen- und Fahrzeugsicherheit hatte jedenfalls gesagt, wonach man den Verdacht hege, dass die Fahrer im zurückgerufenen Jeep Grand Cherokee nicht ausreichend genug angezeigt bekämen, wann ein Auto im Parkmodus ist und wann nicht. Das heißt:

Dass also Fahrer des betroffenen Jeep Grand Cherokee im Gegensatz zum aktuellen Porsche-Automatik aussteigen können und den Autoschlüssel, beziehungsweise Autochip mitnehmen könnten, obwohl das Auto nicht auf „P“, also „Parken“ stehe.

Medien berichten, wonach man den Jeep Grand Cherokee auch verlassen könne, wenn dieser vom Fahrer (irrtümlich) auf „N“ gestellt worden sei, was für „Neutral“ steht, nicht aber auf das so wichtige „Parken“, was letztlich für „Handbremse gezogen“ steht.

Bekannt ist, dass beim Jeep Grand Cherokee viele die Position „N“, welche für „Neutral“ steht (und welche es aus gutem Grund beim modernen Porsche Automatik gar nicht gibt), mit der Position „P“ für „Parken“ verwechseln. Fiat-Chrysler hatte den vom Rückruf betroffenen Jeep Grand Cherokee mit einem Acht-Gang ZF-Automatik ausgerüstet.

Selbst Fiat gibt mittlerweile eine möglichen Konstruktions-Nachlässigkeit ein. So könne es sein, dass „bei nicht ausreichender Sorgfalt“ des Fahrers dieser beim Verlassen des betroffenen Jeep Grand Cherokee über den Status des Autos falsche Schlüsse ziehe – möglicherweise eben sogar lebensgefährliche falsche Schlüsse.

Bekannt ist zudem, dass auch im Jeep Grand Cherokee eine Schlüsselkarte in bestimmten Modellen verbaut wird, darüber also ein „keyless Entry“ gewährleistet wird. Ob auch der Jeep des Star-Trek-Stars eine schlüssellose Version eingebaut hatte, ist nicht bekannt.

Wichtiger Tipp

Doch klar ist: Die Digitaltechnik eröffnet zahlreiche neue Sicherheitsprobleme, die gelöst werden müssen. Ein wichtiger Tipp: Im Falle eines Diebstahls eines Luxusautos muss nachgewiesen werden, dass der Fahrer große Sicherheits-Sorgfalt hat walten lassen.

Uns ist derzeit ein Fall bekannt, in welchem einem 76-jährigen Fahrer eines Porsche Oldtimers aus den 1980er Jahren, sein Porsche Anfang dieses Jahres in Berlin während eines Restaurantbesuchs in der Zeit von 17 bis 19 Uhr am helllichten Tage vor dem Restaurant entwendet worden ist. Die Täter waren offensichtliche Profis, die gezielt nach Restaurant-Besuchern Ausschau gehalten haben und mit mehreren Personen vor Ort gewesen sein müssen.

Doch jetzt hat das Opfer, ein wohlhabender alteingesessener Unternehmer aus Berlin, Probleme, den Schaden von seiner Kfz-Versicherung ersetzt zu bekommen.

Grund: Die Versicherung weigert sich derzeit noch, den Schaden zu begleichen, da der Fahrer 1989 insgesamt vier Autoschlüssel von Porsche ausgehändigt bekommen habe. Doch konnte der Fahrer nur noch drei Schlüssel vorlegen.

In den 30 Jahren scheint er einen Schlüssel irgendwohin verlegt haben, ohne ihn derzeit wieder zu finden. Der Fall wird wohl vor Gericht landen, da es offensichtlich scheint, dass der bekannte Kfz-Versicherer sich lediglich darum drücken möchte, den Schaden nun auch zu begleichen.



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