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Donnerstag, 05. August 2021

Irland das Land der Geringverdiener: Jeder 3. zahlt deshalb keine Steuern

Eine Millionen Iren verdient nicht viel mehr, als die Libyer verdienten, bevor Staatschef Muammar al-Gaddafi 2011 mit Hilfe des Westen umgebracht wurde. So lag das jährliche Durchschnittseinkommen in Libyen 2011 bei rund 17.000 Euro. (Bild: pixabay.com | CC0 Public Domain)
Eine Millionen Iren verdient nicht viel mehr, als die Libyer verdienten, bevor Staatschef Muammar al-Gaddafi 2011 mit Hilfe des Westen umgebracht wurde. So lag das jährliche Durchschnittseinkommen in Libyen 2011 bei rund 17.000 Euro. (Bild: pixabay.com | CC0 Public Domain)

Auch wenn Irland viel tut, um die EU-Nachbarn um Steuereinnahmen zu bringen und den eigenen Staatshaushalt mit supranational agierenden Konzernen zu sanieren, indem man diese mit Dumping-Steuern nach Irland lockt: Der Bevölkerung geht es nicht gut.

Das zeigt nun einmal mehr eine Statistik rund um die Einkommen der abhängig Beschäftigten. Demnach verdiene nur jeder dritte Ire so viel, dass darauf überhaupt Einkommenssteuer zu bezahlen sind. Insgesamt fast eine Millionen der rund drei Millionen irischen Beschäftigten – genau 920.700 Personen – müssen auf Grund ihres geringen Einkommens keine Steuern bezahlen.

Noch dramatischer sah es allerdings vor sechs Jahren aus, 2010: Damals lagen 45% der Beschäftigten auf einem Einkommensniveau welches so niedrig war, dass sie nicht obendrein auch noch Einkommenssteuer darauf bezahlen mussten.

Gut zehn Jahre zuvor, 2001, war die Rate der Nicht-Steuerzahler auf Grund niedriger Einkommen mit 29% in Irland ähnlich hoch wie heute.

Die Schwankungen im Bereich der zu Steuerzahlungen herangezogenen Personen sind politisch gewollt. So hatte man seit 2010 das Regierungsziel herausgegeben, dass die Anzahl der Nicht-Steuerzahler wieder leicht gesenkt werden sollte.

Unter den 920.700 Iren, die aus der Steuerpflicht herausfallen, verdienten 2014 insgesamt 412.519 Personen jährlich weniger 10.000 Euro. Weitere 74.253 Iren verdienten lediglich zwischen 10.000 und 12.000 Euro. 119.735 Iren kamen auf ein jährliches Einkommensniveau von lediglich 15.000 bis 17.000 Euro.

Die Irisch Times schreibt aber, dass diese Grenzen sogar lediglich per Haushalt gelten, dass also beispielsweise zur Berechnung der Steuergrundlage im Falle eines Ehepaares beide Verdiener herangezogen werden. Doch trotz dieser Berechnungsgrundlage liegt jeder dritte irische Haushalt auf einem solch geringen Einkommensniveau.

Allerdings: Die allermeisten der 920.700 Personen, die in Irland keine Einkommenssteuer bezahlen müssen, sind Single-Haushalte. So gibt es in Irland nur 10.000 Paare, die trotz gemeinsamen Einkommens weniger als 10.000 Euro im Jahr verdienen und 3.100 Paare, die gemeinsam nur zwischen 10.000 und 12.000 Euro verdienen.

Einkommenssteuer ist in Irland in der Regel erst ab einem Haushaltseinkommen von 16.501 Euro zu bezahlen. Die irische Sozialversicherung für Renten oder Arbeitslosigkeit (PRSI) wird erst ab einem Haushalts-Einkommen von 18.304 Euro fällig.

Unterschiede gibt es in Irland für Selbstständige: Hier muss jeder bereits ab einem Jahreseinkommen von 5000 Euro auch Sozialabgaben bezahlen – beispielsweise für eine spätere Rente.

Trotz der letztlich katastrophalen wirtschaftlichen Lage in Irland beharrt die Regierung auf eine Anhebung des Mindestlohnes. Er wird, wie in Deutschland, von der Wirtschaft abgelehnt mit dem Hinweis, schon heute sei die irische Wirtschaft nicht wettbewerbsfähig.

Dennoch hebt die Regierung von Irland zum 1. Januar 2017 den Mindestlohn von 9,15 Euro pro Stunde auf 9,25 Euro an. Das bedeutet: Jeder der in Irland eine 40-Stunden-Woche hat, kommt auf einen garantierten Mindestlohn von 17.568 Euro.

Kommentar: Einkommensniveau im EU-Land Irland liegt für viele auf dem einstigen Niveau von Libyen

Möchte man sich das irische Einkommensniveau vor Augen halten, lohnt ein Blick auf Libyen: Das durchschnittliche Jahreseinkommen lag dort pro Beschäftigten vor 2011 bei rund 17.000 Euro jährlich – das höchste in Afrika.

Bis der Westen mit seiner Kriegsmaschinerie NATO kam und im Rahmen einer angeblichen „Flugverbotszone“ den umstrittenen libyschen Staatschef Muammar al-Gaddafi umbringen ließ (er wurde von Terrorbanden erstochen).

Die Aktion lief unter Führung der USA und der damaligen US-Außenministeirn Hillary Rodham Clinton (HRD).

Seit dem Sturz von Gaddafi ist libyen im Terror-Chaos versunken und gilt heute als gefallener Staat.

Der Westen, der das Chaos verursacht hat, kümmert sich dieser Tage nicht mehr sonderlich um Libyen. Dafür hat der Westen, wie Jordanien oder die Türkei, mit Millionen Flüchtlingen zu tun, die seither über Libyen nach Europa streben.

Doch genau davor hatte Muammar al-Gaddafi zwar gewarnt. Nur im Westen hatte das niemand interessiert. Dafür will der Westen, sollte Clinton den Präsidentschaftswahlkampf in den USA gewinnen, sich kriegerisch bald dem nächsten Land widmen: Syrien, einem Land, aus welchem bereits Millionen Flüchtlinge auch nach Europa kommen – nicht aber in die USA.



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