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Montag, 14. Januar 2019

Steuerreform USA: Alle Schichten profitieren massiv davon

Auch wenn deutsche Massenmedien, ob Süddeutsche oder ARD, gerne davon faseln, US-Präsident Donald Trump mache eine Steuerreform vor allem für die Reichen, so ist das schlichter Unsinn. Das was Donald Trump in den USA umsetzt, ist ein auch in der US-Geschichte äußerst bemerkenswerter Schritt, um dem Volk sein Geld zurückzugeben – und zwar quer durch alle Schichten.

Die Chicago Tribune hat in einem Artikel sehr eindrücklich dargestellt, was sich nach der Steuerreform für die Amerikaner alles ändert.

Spitzensteuersatz: Erst ab 500.000 Dollar fällig, in Deutschland schon ab 54.000 Euro

Während in Deutschland die Mittelschicht bereits ab einem Einkommen von rund 54.000 Euro brutto im Jahr den Reichensteuersatz, also Spitzensteuersatz, von 42 Prozent bezahlen muss für jeden Euro, der über diesem Betrag liegt, sieht das in den USA komplett anders aus:

Der Spitzensteuersatz trifft in den USA wirklich nur die Reichen und nicht die Mittelschicht. So bezahlen Ehepaare erst ab einem jährlichen gemeinsamen Einkommen von 470.700 US-Dollar den Spitzensteuersatz. Obendrein liegt dieser Steuersatz selbst in der hohen Einkommensklasse nicht, wie in Deutschland, bei 42 bis 43%, sondern bei 39,6 Prozent.

Der Steuerreform-Plan der Republikaner unter Führung von Präsident Donald Trump sieht nun vor:

Der Steuersatz für Wohlhabende und Reiche wird auf 37 Prozent gesenkt. Gleichzeitig wird die Schwelle, aber welcher dieser Steuersatz zu bezahlen ist, auf 500.000 US-Dollar für Einzelpersonen angehoben und auf 600.000 Dollar für Ehepaare.

Massive Senkung der Körperschaftssteuer für Unternehmen von 35 auf 21 Prozent

Die Körperschaftssteuer ist eine Steuer, die in Deutschland bereits kleine UGs mit unter 10.000 Euro Jahresumsatz bezahlen müssen. Sie liegt in Deutschland im Schnitt bei um die 30 Prozent. Einen Mindestumsatz, ab welcher Umsatzhöhe dieser hohe Steuersatz zu bezahlen ist, gibt es in Deutschland nicht. Das macht es vor allem für Firmen-Neugründungen sehr schwer sich zu etablieren.

In den USA soll nun mit Beschluss der Steuerreform das Folgende gelten: Ab 1. Januar 2018 wird der Steuersatz für Unternehmen, also der Körperschaftssteuersatz, von 35 Prozent auf nur noch 21 Prozent gesenkt.

Das sei, so die Chicago Tribune, „die größte einmalige Zinssenkung in der Geschichte der USA für die größten Unternehmen des Landes“. Zudem entspreche die Steuersenkung effektiv mindestens 1000 Milliarden Dollar weniger Steuern für Unternehmen in den nächsten Jahren. Man gehe deshalb davon aus, dass dieses einen äußerst positiven Einfluss auf die US-Wirtschaft und die Bürger der USA haben werde.

Doch nicht nur die großen Unternehmen profitieren von der drastischen Absenkung der Körperschaftssteuer, sondern eben auch die Millionen Mittelständler und Kleinstunternehmen.

Grundsteuer wird faktisch abgeschafft

Wer in Deutschland eine Wohnung kauft, beispielsweise in Berlin für 220.000 Euro, der ist schnell mit gut 11.000 Euro Grundsteuer dabei. Doch damit nicht genug: Die Grundsteuer muss jeder Hauseigentümer oder Wohnungseigentümer bis zu seinem Tod weiterhin bezahlen – zwar weniger, als beim Immobilienkauf. Aber aufhören tut die Grundsteuer, welche von den Kommunen erhoben wird, nie.

Dank der Steuerreform dürfen sich nun US-Bürger, welche eine Wohnung oder Haus besitzen, freuen:

Denn bis zu einer lokalen Steuerhöhe von 10.000 US-Dollar entfallen künftig sämtliche Lokalsteuern. Faktisch bedeutet dies das Ende der Grundsteuer.

Bislang gab es, führt die Chicago Tribune aus, keine Limitierung ab wann und bis zu welcher Höhe die Kommunen ihre lokale Steuer, bekannt als SALT, erheben dürfen.

Wie effektiv die Lokalsteuer in den USA künftig aussehen wird, ist noch nicht ganz klar. Die Chicago Tribune schreibt:

„Das Haus beschränkte den Abzugsbetrag von $ 10.000 zunächst auf Grundsteuern, doch erlaubt die endgültige Rechnung, dass alle staatlichen und lokalen Steuern abgezogen werden können, egal ob es sich um Eigentums-, Einkommens- oder Umsatzsteuern handelt. Der Schritt wird allgemein als ein Schlag für blaue Staaten wie New York, Connecticut und Kalifornien angesehen, und es gibt Befürchtungen, dass Immobilienwerte in Städten mit hohen Steuern fallen und weniger Geld für öffentliche Schulen und Straßenreparaturen übrig bleiben.“

Die meisten Amerikaner zahlen bis 2026 weniger Steuern

Gleichzeitig bilanziert die Chicago Tribune: „Die meisten Amerikaner werden bis 2026 weniger Steuern zahlen. Der endgültige Plan senkt die Steuersätze für jedes Einkommensniveau und verdoppelt den Standardabzug fast. Das Ergebnis ist, dass die große Mehrheit der Amerikaner ihre Steuern im nächsten Jahr fallen sehen wird.“

Wie hoch die effektive Steuerersparnis im Schnitt für jeden Amerikaner ist, ist noch nicht klar. Es kursieren Zahlen von 2000 US-Dollar für die typische Durchschnittsfamilie. Hinzu kommt, dass, so die Chicago Tribune, künftig wahrscheinlich nicht mehr 44 Prozent gar keine Einkommenssteuern mehr bezahlen, sondern sogar 47,5 Prozent:

„Die Rechnung wird auch die Zahl von Amerikanern erhöhen, die keine Steuern bezahlen von heute 44 Prozent zu 47,5 Prozent nach dem Plansteuereffekt am 1. Januar 2018″ (The bill will also increase the number of Americans who owe nothing in taxes from 44 percent today to 47.5 percent after the plan tax effect on January 1, 2018.“)

Nach derzeitigem Plan ist die US-Steuerreform nur bis 2025 begrenzt und soll der US-Wirtschaft und den Bürgern neue Finanzkraft geben und damit einen großen Schritt nach vorne ermöglichen. Eben nach dem Motto: America First.

Auch Arbeiterfamilien profitieren

Die Steuerreform der USA sieht auch vor, dass Arbeiterfamilien eine höhere Steuergutschrift für Kinder erhalten:

Für diese Steuergutschrift für einkommensschwache Familien hatten sich die beiden republikanischen Senatoren Marco Rubio und Sen. Mike Lee eingesetzt. Aktuell erhalten solche Familien jeweils eine Steuergutschrift von 1000 US-Dollar pro Kind. Ab 2018 soll die Steuergutschrift faktisch verdoppelt werden auf 2000 Dollar – pro Kind!

Abschaffung der Krankenversicherungspflicht

Ein großes Anliegen der Republikaner sei es auch gewesen, so die Chicago Tribune, dass jeder Bürger selber entscheiden solle, ob er krankenversichert sein wolle, oder nicht. Ab 2019 soll nun die individuelle Krankenversicherungspflicht ganz entfallen. Bislang mussten Bürger, die es sich finanziell hätten leisten können, eine Krankenversicherung abzuschließen, dieses aber nicht taten, eine Strafe bezahlen.

Das Ende der Krankenversicherungspflicht ist Teil des Affordable Care Act.

Die Chicago Tribune schreibt:

Das Congressional Budget Office projiziere, wonach die Änderung die Versicherungsprämien erhöhen würden und im Falle von 13 Millionen Amerikaner zu keiner Versicherungspflicht mehr führe. Gleichzeitig reduziere dieses die Staatsausgaben um mehr als 300 Milliarden Dollar in nur einem Jahrzehnt.

Erbschaftssteuer wird bis 22 Millionen US-Dollar für Paare abgeschafft

Auch davon können Deutsch nur träumen: Die USA schaffen für die meisten Bürger die Erbschaftssteuer schlicht ab.

Ehepaare können bis zu einem Betrag von 22 Millionen US-Dollar an ihre Erben alles steuerfrei weiterreichen. Bislang konnten Single-Bürger in den USA bis zu 5,5 Millionen Dollar steuerfrei weitergeben, Paare sogar bis 11 Millionen Dollar. Beide Beträge werden jetzt faktisch verdoppelt.

Einige republikanische Politiker forderten zudem, dass zusätzlich zu diesen Freibeträgen generell das Stammhaus einer Person oder Familie komplett steuerfrei bleiben solle – egal wie teuer es sei. Kritiker in den Reihen der Republikaner monierten aber, dies sei für die Superreichen ein Steuergeschenkt, welches nicht notwendig sei.

Die Chicago Tribune schreibt:

„Der letzte Kompromiss bestand darin, die Schwelle zu verdoppeln, so dass nun die ersten 11 Millionen, die die Menschen an ihre Erben in Eigentum, Aktien und anderen Vermögenswerten weitergeben, nicht besteuert werden (und ja, das bedeutet 22 Millionen für verheiratete Paare).“

„Pass-Through“-Unternehmen: Einkommen von Unternehmen und Unternehmern werden summiert und steuerlich pauschal um 20 Prozent entlastet

Die neue „Pass-Through“-Regel sieht vor die Gesamtsteuerlast von Unternehmern und Unternehmern um 20 Prozent zu reduzieren. Unter „Pass-Through“ meint man, dass die Steuerlast eines Unternehmens mit seinem Inhaber, also dem Unternehmer, summiert betrachtet werden darf. Das bedeutet, dass man eine Doppelbesteuerung von Einkommen vermeiden möchte. Deshalb wird künftig der Steuerrabatt von 20 Prozent gewährt.

Betroffen sind von dieser Regel S-Unternehmen, LLC-Unternehmen, Partnerschaften oder Einzelunternehmen.

Die Chicago Tribune führt dazu nun aus:

„Most American businesses are organized as „pass through“ companies in which the income from the business is „passed through“ to the business owner’s individual tax return. S corporations, LLCs, partnerships and sole proprietorships are all examples of pass-through businesses. In the final GOP bill, the majority of these companies get to deduct 20 percent of their income tax-free, a large reduction that mirrors what was in the Senate bill.“

Für eine Ausweitung der Pass-Through“-Regel hatte sich der Nationale Verband Unabhängiger Unternehmen (National Federation of Independent Business) mit Erfolg eingesetzt. So können diese Pass-Through“-Regel nun auch Dienstleistungsunternehmen wie Anwaltskanzleien, Arztpraxen und Investmentbüros und deren Inhaber anwenden. Hier gilt künftig eine Einkommensgrenze für Ehepaaren von jährlich bis zu 315.000 Dollar.

Mindeststeuerregel MIT wir auch reformiert

Im Zuge der Steuerreform wird auch die sogenannte AMT-Steuer verändert, also der Mindeststeuersatz von 20 Prozent der auch nach Abzug diverser Steuererleichterungen fällig wird. Die AMT-Regel gilt in den USA seit 1969 und sollte Steuerschlupflöcher verhindert, schreibt die Chicago Tribune:

„Die AMT für Einzelpersonen begann im Jahr 1969, um zu verhindern, dass reiche Familien so viele Kredite und Schlupflöcher nutzen, um ihre Steuerrechnung auf fast nichts zu senken. Aber was begann, um die wohlhabendsten Amerikaner vor Steuerhinterziehung zu schützen, begann im Laufe der Zeit immer mehr Familien zu treffen. Die AMT tritt jetzt für Einzelpersonen ein, die über $ 120,700 verdienen und verheiratete Paare, die über $$ 160,900 verdienen. Nach dem endgültigen Gesetzentwurf des Senats wird diese Schwelle auf 500.000 Dollar für Einzelpersonen und 1 Million Dollar für verheiratete Paare angehoben.“

Immobilienkäufer können Kreditzinsen, Hypothekenzinsen noch umfangreicher absetzen

Auch Immobilienbesitzer profitieren von der Steuerreform. Künftig sollen Steuerzahler auf Zinsen, die sie für einen Immobilienkredit, also eine Hypothekenfinanzierung, bezahlen, bis zu einer Kreditsumme in Höhe von bis zu 750.000 US-Dollar komplett absetzen dürfen.

Bislang lag diese Grenze allerdings sogar bei einer Millionen US-Dollar.

Studentendarlehen

Auch Studenten sollen künftig stärker als bislang ihre Studienkredite steuerlich absetzen dürfen. Beispielsweise kostet ein umfangreiches Medizinstudium in den USA leicht an die 400.000 US-Dollar. Eine angehende amerikanische Ärztin nannte gegenüber steuerratschlag.eu diese Summe. Das heißt: Sie habe für ihr Medizinstudium 400.000 Dollar Kredit aufnehmen müssen, um Studiengebühren und den sonstigen Lebensunterhalt während dem Studium bezahlen zu können.

Das Geld müsse sie nun zurückzahlen, so die Studentin. Deshalb sei ein hohes Mindesteinkommen von 200.000 US-Dollar im Jahr dringend erstrebenswert, da sie sonst den Kredit nicht abbezahlen könne: „Viele meiner Kommilitonen werden sicherlich 20 Jahre benötigen, um die 400.000 US-Dollar Studienkredit getilgt zu bekommen“, meint sie.

Die Steuerreform in den USA könnte nun eine pauschale jährliche Steuersenkung für Akademiker vorsehen, die nach dem Studium ihren Studienkredit abbezahlen müssen. Im Raum stehen 10 bis 17 Prozent pauschaler Steuersenkungen.

Der US-Staat verzichtet nach Schätzungen bei Abschluss der Steuerreform bis zum Jahr 2025 auf rund 1460 Milliarden US-Dollar Steuern.

Religiöse Organisationen können weiterhin kräftig in der Politik mitmischen

Bislang kam die Trump-Administration aber nicht weiter bei ihrem Versuch, den politischen Einfluss religiöser Organisationen, also von Kirchen, Synagogen, Moscheen und andere gemeinnützige Organisationen, zu beschränken.

Die Chicago Tribune führt dazu aus:

„Trump und konservative Republikaner wollten den seit 1954 bestehenden Johnson Amendment ‚zerstören‘ (Trumps Worte) und verhindern, dass sich religiöse Einrichtungen und gemeinnützige Organisationen über Fundraising oder Vermerke an Wahlen beteiligen. Der Gesetzentwurf des Repräsentantenhauses beinhaltete eine Aufhebung der Johnson-Novelle, aber die Demokraten waren in der Lage, die Abgeordneten des Senats dazu zu bringen, festzustellen, dass die Aufhebung der Gesetzesvorlage nicht den Regeln des Senats entsprach.“

Einzelnachweis

(1) Analysis: The final GOP tax bill is complete. Here’s what is in it, von: Heather Long, Washington Post, in: Chicago Tribune Online vom 15. Dezember 2017. Abgerufen am 16. Dezember 2017.



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