Seit dem 19. Oktober bieten erste Sparkassen über die DekaBank den Kauf von Bitcoin, Ether, Solana, XRP und Polygon in der App an. Unsere Auswertung der Pflichtmeldungen zeigt, was ein Kauf neben der Ordergebühr kostet – und was im Kleingedruckten steht. Stand: 22. Oktober 2026.

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Die Zahlen gelten für das Angebot „Krypto – powered by Deka“ in Deutschland. Wer es nutzen will, braucht ein Girokonto bei einer teilnehmenden Sparkasse.

Bitcoin direkt neben dem Girokonto: Mit dem Angebot der DekaBank, des Wertpapierhauses der Sparkassen, kommt der Kryptohandel in die Banking-App der Sparkassen in Deutschland. Die Ordergebühr ist mit 0,99 Euro niedrig. Was ein Kauf tatsächlich kostet, entscheidet aber ein zweiter Posten ohne Betrag in der Preisliste: der Abstand zwischen dem Kurs, zu dem die Bank verkauft, und dem, zu dem sie zurückkauft. Weil die DekaBank ihre abgeschlossenen Geschäfte nach eigenen Angaben gemäß Artikel 77 Absatz 4 MiCAR täglich veröffentlicht, lässt sich dieser Abstand nachrechnen. Wir haben das getan – und erklären, was das für deine Entscheidung bedeutet.

Was die Sparkassen seit dem 19. Oktober anbieten

Nach der Presseinformation der DekaBank vom 19. Oktober 2026 wird das Angebot schrittweise über die kommenden Monate eingeführt; jede Sparkasse entscheidet selbst, ob sie mitmacht. Auf der Angebotsseite der DekaBank stehen derzeit fünf kooperierende Institute: die Frankfurter Sparkasse, die Sparkasse Rottal-Inn, die Niederrheinische Sparkasse RheinLippe, die Taunus Sparkasse und die Sparkasse Karlsruhe. Ein Wertpapierdepot ist nicht nötig.

Die Kryptowerte und die privaten Schlüssel liegen nach Angaben der DekaBank in deren eigener Wallet. Die Bank stützt sich auf die europäische Verordnung über Märkte für Kryptowerte (MiCAR, Verordnung (EU) 2023/1114) und gibt an, die nötige Erlaubnis 2025 von der deutschen Finanzaufsicht BaFin erhalten zu haben. Nach den Sonderbedingungen müssen Nutzer/-innen volljährig sein, ihren ausschließlichen Wohnsitz in Deutschland haben und ausschließlich hier unbeschränkt steuerpflichtig sein. Beraten wird nicht.

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0,99 Euro – und ein Aufschlag ohne Preisschild

Die Preisinformation für Kryptowerte (Fassung September 2026) nennt ein Transaktionsentgelt von 0,99 Euro je Kauf oder Verkauf, keine Mindestorder und höchstens 250.000 Euro je Auftrag. Verwahrung, Bestandsanzeige, Abrechnungen und Berichte sind kostenfrei. Zur Preisbildung heißt es dort: Der Kurs beruht auf einem Marktreferenzpreis „zuzüglich eines DekaBank-eigenen Spreads“. Bei größeren Beträgen oder starken Kursschwankungen könne die Bank den Spread anpassen, die Gültigkeit eines Preises verkürzen oder den Handel einschränken. Wie hoch der Spread ist, steht in dem Dokument nicht.

Unsere Auswertung: rund 2,7 Prozent zwischen Kauf und Verkauf

Als Kryptodienstleisterin veröffentlicht die DekaBank auf ihrer MiCAR-Informationsseite täglich eine Liste abgeschlossener Geschäfte mit Kennnummer des Kryptowerts, Menge, Kurs, Uhrzeit und Angabe, ob gekauft oder verkauft wurde (zum Beispiel der Bericht für den 21. Oktober 2026). Wir haben alle 566 Meldungen vom 22. September bis 21. Oktober 2026 ausgewertet und Käufe und Verkäufe desselben Kryptowerts verglichen, die höchstens 60 Sekunden auseinanderlagen. In so kurzer Zeit bewegt sich der Markt meist kaum; der Unterschied zeigt vor allem den Abstand zwischen Kauf- und Verkaufspreis. Ein Beispiel: Am 30. September um 12:35:55 Uhr wurde Bitcoin zu 74.825,09 Euro gekauft, eine Sekunde später zu 72.830,06 Euro verkauft – ein Unterschied von 2,7 Prozent.

Kryptowert Paare Kauf/Verkauf (≤ 60 s) Abstand Kauf-/Verkaufskurs (Median) Spanne
Bitcoin (BTC) 8 2,70 % 2,66–2,74 %
Ether (ETH) 5 2,70 % 2,69–2,75 %
Solana (SOL) 15 2,74 % 2,69–2,83 %
XRP 1 2,76 % –
Polygon (POL) 4 3,11 % 2,84–3,21 %

Abstand = (Kaufkurs − Verkaufskurs) / Mittelwert beider Kurse. Die Meldungen nennen die Kryptowerte nur über Kennnummern; die Zuordnung zu den Namen hat die Redaktion über das Kursniveau vorgenommen. Quelle: DekaBank, Informationen über abgeschlossene Geschäfte nach MiCAR, 22.09.–21.10.2026; Berechnung: steuerratschlag.eu.

Bei allen fünf Kryptowerten lag der Abstand zwischen 2,66 und 3,21 Prozent, über alle 33 Paare im Mittel bei 2,74 Prozent. Wichtig für die Einordnung: Die Stichprobe ist klein, und die DekaBank behält sich vor, den Spread je nach Marktlage zu ändern. Grob heißt das: Gemessen am Mittelwert aus Kauf- und Verkaufskurs zahlst du beim Kauf rund 1,35 Prozent mehr und bekommst beim Verkauf rund 1,35 Prozent weniger.

Rechenbeispiel: Was ein Kauf und sofortiger Verkauf kostet

Annahmen: Der Markt bewegt sich nicht, der Abstand zwischen Kauf- und Verkaufskurs beträgt 2,7 Prozent, je Order fallen 0,99 Euro an. Kaufst du Bitcoin für 100 Euro, zahlst du 100,99 Euro. Verkaufst du sofort wieder, bekommst du 97,34 Euro Kurswert, abzüglich 0,99 Euro Gebühr bleiben 96,35 Euro. Die Kosten betragen also 4,64 Euro oder 4,6 Prozent des eingesetzten Geldes – davon entfallen 1,98 Euro auf die beiden Ordergebühren und 2,66 Euro auf den Kursabstand.

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Säulendiagramm: Kosten von Kauf und sofortigem Rückverkauf von Kryptowerten in der Sparkassen-App bei unverändertem Markt. 25 Euro: 10,2 Prozent, 50 Euro: 6,5 Prozent, 100 Euro: 4,6 Prozent, 500 Euro: 3,1 Prozent, 1.000 Euro: 2,9 Prozent.
Kosten von Kauf und sofortigem Rückverkauf nach Orderhöhe, Modellrechnung bei unverändertem Markt. Grafik: STEUERRATSCHLAG.eu, Annahmen laut Preisinformation der DekaBank und eigener Auswertung der MiCAR-Geschäftsmeldungen (Stand 22. Oktober 2026).

Bei kleinen Beträgen frisst die feste Gebühr den größten Teil: Bei 25 Euro kosten Kauf und Verkauf zusammen 10,2 Prozent. Ab einigen Hundert Euro dominiert der Kursabstand, und die Kosten nähern sich den 2,7 Prozent an. Auch wer länger hält, muss diese Kosten erst durch Kursgewinne wieder hereinholen.

Was im Kleingedruckten steht

Keine Sicherung im Insolvenzfall wie beim Tagesgeld: In den Informationen für Verbraucher stellt die DekaBank klar, dass für ihre Kryptodienstleistungen kein Garantiefonds und kein Entschädigungssystem besteht. Die gesetzliche Einlagensicherung für Bankguthaben gilt für Kryptowerte nicht.

Übertragen nur an bestimmte Anbieter: Ausliefern lässt die DekaBank Kryptowerte nach ihrer Liste zugelassener Empfänger (Fassung Oktober 2026) an vier namentlich genannte Kryptodienstleister; dafür gelten Mindestmengen, etwa 0,0001 Bitcoin. Eine Auslieferung dauert laut Sonderbedingungen in der Regel bis zu drei Bankarbeitstage. Wer später selbst verwahren möchte, sollte vorab klären, ob das geht.

Meldung an die Steuerverwaltung: Nach dem Kryptowerte-Steuertransparenzgesetz (KStTG) meldet die DekaBank jährlich unter anderem Name, Steuer-Identifikationsnummer und Transaktionen an das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt).

Steuern: Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowerten sind in Deutschland nach § 23 Einkommensteuergesetz steuerpflichtig, wenn zwischen Kauf und Verkauf höchstens ein Jahr liegt. Steuerfrei bleiben sie, wenn der Gesamtgewinn aus solchen privaten Veräußerungsgeschäften im Kalenderjahr unter 1.000 Euro liegt. Das ist eine Freigrenze: Wird sie erreicht, ist der ganze Gewinn steuerpflichtig.

Unser Fazit

Das Angebot macht Kryptowerte für Sparkassen-Kundinnen und -Kunden leicht zugänglich: ohne neue Bank, ohne Depot, mit Verwahrung bei einem beaufsichtigten Institut. Die Kosten sind aber höher, als 0,99 Euro vermuten lassen – nach den eigenen Meldungen der DekaBank kommt ein Kursabstand von rund 2,7 Prozent hinzu, der in keiner Preisliste steht. Wer Anbieter vergleicht, sollte deshalb den Gesamtpreis betrachten: Gebühr plus Kursabstand, in Euro für den eigenen Betrag. Ob Kryptowerte überhaupt zu deiner Geldanlage passen, ist eine eigene Frage. Die BaFin hat in einer Befragung vom April 2026 festgestellt, dass viele Besitzer/-innen von Kryptowerten deren Risiken falsch einschätzen; mehr als ein Drittel hielt den Bitcoin-Kurs für stabil.

Die Verbraucherzentralen halten Kryptoanlagen für sehr spekulativ und wegen der starken Kursschwankungen nicht für den Vermögensaufbau geeignet.

Wo finde ich was?

Deutschland: Preise, Bedingungen und die täglichen Geschäftsmeldungen stehen auf der MiCAR-Seite der DekaBank, die teilnehmenden Sparkassen auf der Angebotsseite. Allgemeine Hinweise, Warnungen vor unseriösen Plattformen und Beschwerdewege bietet die Verbraucherseite der BaFin. Zur Meldepflicht für Kryptodienstleister informiert das Bundeszentralamt für Steuern.

Häufige Fragen

Ist mein Bitcoin bei der Sparkasse so sicher wie mein Tagesgeld?
Nein. Für Kryptowerte gibt es nach Angaben der DekaBank weder einen Garantiefonds noch ein Entschädigungssystem, die Einlagensicherung für Bankguthaben greift nicht. Hinzu kommt das Kursrisiko bis zum Totalverlust.

Ist der Spread bei jedem Kauf gleich hoch?
Nicht unbedingt. Die DekaBank behält sich vor, den Spread bei größeren Beträgen oder starken Kursschwankungen anzupassen. Die 2,7 Prozent sind ein Mittelwert aus den veröffentlichten Meldungen von September und Oktober 2026.

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