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Donnerstag, 19. September 2019

Bankeinlagen in Belgien hoch wie nie – trotz niedriger Zinsen

In Belgien gibt es Versuche, die Mindestverzinsung für Sparkonten auszuhebeln.
In Belgien gibt es Versuche, die Mindestverzinsung für Sparkonten auszuhebeln.

Die Unsicherheit an den Finanzmärkten führt dazu, dass immer mehr Belgier ihr Geld lieber zur Bank bringen, statt in Aktien oder andere Finanzprodukte zu investieren.

Jetzt teilte die Belgische Nationalbank (BNB) mit, dass die Belgier alleine im Juni 264 Milliarden Euro auf ihren Sparkonten angelegt haben. Das sei der höchste Sparbetrag den die Belgier bislang in einem Monat zurückgelegt hätten. Die 264 Milliarden Euro auf Sparkonten Belgiens seien noch einmal eine MIlliarde Euro höher, als im Mai, so die Nationalbank Belgien.

Die hohe Sparrate sehen Analysten als Ausdruck von Angst, Angst vor einem Crash.

Immer mehr belgische Banken behaupten jedoch, sie wollten die Belgier wieder stärker zum Investieren motivieren, weshalb man nun die bisherigen Zinsen auf Sparkonten von 0,11% auf 0 reduzieren wolle. Zumindest das führende belgische KBC-Finanzinstitut erklärte, man habe bereits vor einigen Tagen die Kunden in einem Brief über die Änderungen, welche zum 23. Oktober greifen sollen, informiert.

Allerdings könnte diese Zinssenkung in Belgien ein Nachspiel haben. So erklärte Kristof De Paepe, ein Finanzfachmann, die Zinssenkung sei illegal, da in Belgien Einlagen auf regulierten Bankkonten gesetzlich geregelt mit mindestens 0,11% zu verzinsen seien. Ähnlich äußerte sich Karel Van Eetvelt, Geschäftsführer des belgischen mittelständischen Arbeitgeberverbands.

Auch der belgische Finanzminister Johan Van Overtveldt erklärte, er lasse jetzt per Gutachten prüfen, ob das Verhalten der KBC-Bank legal sei. Zwar könne er, so van Overtveldt, „die schwierige Situation der Banken verstehen“. Jedoch sei ihm auch das Wohl der Anleger wichtig.



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