Skip to main content
Donnerstag, 19. September 2019

Soll Deutsche Bank wegen Apple 14 Mrd. US-Dollar Strafe an die USA bezahlen?

Die US-Regierung zeigt immer offener, wie antideutsch ihre Wirtschaftspolitik ist.
Die US-Regierung zeigt immer offener, wie antideutsch ihre Wirtschaftspolitik ist.

Kommentar – Es ist eine Zahl, die bekannt vorkommt: 14 Milliarden US-Dollar hat die US-Regierung, geführt von den Demokraten, dem seit über 100 Jahren wichtigsten deutschen Bankhaus, der Deutschen Bank, als Strafe aufgebrummt. Umgerechnet sind dies rund 13 Milliarden Euro (12,55 Mrd. Euro).

Eine ähnlich hohe Summe hatten die US-Behörden bereits dem deutschen Volkswagen-Konzern in Rechnung gestellt. Doch was wirklich auffällt: Eine Strafzahlung in fast gleich hoher Summe, wie sie nun die Deutsche Bank bezahlen soll, sprach kürzlich die EU-Kommission gegenüber einem chronischen Steuerpreller in der Europäischen Union aus – gegen Apple.

Denn Apple – der Hersteller der iPhones oder MacBooks – bezahlt Dank windiger Steuertricks nach Berechnungen der EU-Kommission, aber auch zahlreicher Analysten, im Schnitt unter 3% Steuern in der Europäischen Union.

Damit liegt der Steuersatz des US-Superkonzerns Apple prozentual unter dem, was eine durchschnittliche deutsche Putzfrau jährlich an Steuern bezahlen muss. Dies macht es möglich, dass alleine die Barreserven von Apple mittlerweile mit 250 Milliarden US-Dollar beziffert werden, umgerechnet rund 224 Milliarden Euro. So viel hat kein anderes Unternehmen der Welt auf der Hohen Kante.

Existenzgefährdende Strafe der US-Regierung gegen die Deutsche Bank

Während Apple die von der EU-Kommission ausgesprochene Strafe in Höhe von 13 Milliarden Euro immer noch aus der Westentasche bezahlen kann, ist die Strafe, welche nun vom US-Justizministerium gegen das größte deutsche Kreditinstitut verhängt worden ist, existenzgefährdend:

Seit Jahren wird das Papier der Deutschbanker an der Börse bereits zu Niedrigstpreisen verschleudert. Maßgeblich Schuld daran haben die USA. Fast kein Jahr vergeht, ohne dass sich die US-Regierung nicht eine weitere hohe Milliarden-Strafe gegen die Deutsche Bank oder andere deutsche Unternehmen einfallen lässt. Damit trägt sie zentral und wohl auch vorsätzlich dazu bei, dass Aktien der Deutschen Bank bei Anlegern als toxisch, also giftig bewertet werden.

Keine Frage: Strafen, die deutsche Unternehmen in den USA bezahlen müssen, sind oftmals recht willkürlich beziffert. Wobei auch zutrifft: Das Geld können die USA gut gebrauchen. Denn das Land ist Dank wachsender Militärausgaben chronisch überschuldet. Strafzahlungen gehen in der Regel zu einem hohen Prozentwert direkt in den US-Staatshaushalt.

Klares Statement der Regierung Barack Obama gegen die deutsche Wirtschaft

Nicht nur deutsche Unternehmer, Politiker und Wissenschaftler sehen mittlerweile im Kurs der USA gegen deutsche Konzerne ein wirtschaftspolitisches Statement der von Barack Obama geführten US-Regierung (welches sich unter Hillary Clinton sicherlich nicht ändern wird):

Vielmehr beurteilen dies selbst US-Wissenschaftler so. Wenngleich der amerikanische Jura-Professor John Coffee von der Columbia University gegenüber Focus-Online sagte, dass er nicht glaube, „dass es eine Anti-Deutschland-Haltung“ in der US-Regierung gebe.

Muss er auch nicht. Denn die Anti-Haltung der US-Regierung gegen die deutsche Wirtschaft ist offensichtlich.

Dazu genügt der Blick auf Strafzahlungen gegen Bankhäuser in den USA aus den vergangenen Jahren: So ist die gegen die Deutsche Bank ausgesprochene Milliarden-Strafe wegen krummer Hypothekengeschäfte zwar fast so hoch, wie jene gegen die Bank of America, der das US-Justizministerium rund 17 Milliarden Dollar aufgebrummt hatte.

Doch es gibt einen gewaltigen Unterschied: So liegt die Markkapitalisierung der Deutsche Bank AG vor allem wegen der jahrelangen Vernichtungspolitik der USA gegen das größte deutsche Bankhaus gerade noch bei 16,36 Milliarden Euro. Eine Aktie der Deutsche Bank AG kostet entsprechend nur noch 11,97 Euro. Dies entspricht einem Minus von 8,95% gegenüber dem Tag vor Bekanntwerden der US-Strafe.

Bank of America ist an der Börse 9 mal mehr wert, als die Deutsche Bank: 141 Mrd. Euro

Ganz anders hingegen die Börsen-Bewertung der Bank of America Corporation: Deren Markkapitalisierung liegt laut MSN Finance aktuell bei 141,38 Mrd. Euro, ist also fast 9 Mal höher.

Insofern könnte man durchaus sagen: Die Deutsche Bank wird mindestens 9 Mal härter bestraft als die Bank of America, ein Kreditinstitut, das quasi direkt als Hausbank der US-Regierung gilt.

Das trifft ebenso auf die zweite amerikanische Hofbank, auf Goldman Sachs zu. Sie war vor vielen Jahren von einem deutschen Auswanderer in den USA gegründet worden.

Bei Goldman Sachs hatte die US-Regierung ebenfalls unter anderem wegen krummer Hypothekengeschäften auf Immobilien eine Strafe von 15 Mrd. US-Dollar ausgesprochen. Doch hatte die US-Regierung die Strafe für die Goldman Sachs Group Inc. dann auf fünf Milliarden US-Dollar reduziert.

Zum Vergleich: Die Marktkapitalisierung von Goldman Sachs liegt laut MSN Finance aktuell bei 67,31 Mrd. Euro. Goldman Sachs ist also an der Börse gut 4 mal mehr wert, wie die Deutschen Bank.

Entsprechend stehen Goldman Sachs wie der Bank of America wesentlich höhere Finanzmittel zur Verfügung, als der Deutschen Bank.



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

In Mitteldeutschland konnte ein Ehepaar dem MDR Fernsehen diesen noch laufenden Mietvertrag aus 1944 vorlegen. Rechts unten sieht man noch die handschriftlich eingetragene Zahl "1944".
Freitag, 24. Mai 2019

MDR suchte ältesten Mietvertrag Mitteldeutschlands und fand ihn aus 1944

In der MDR-Sendung „Aussenseiter Spitzenreiter“ („gesucht und gefunden mit Madeleine Wehle“) war die Redaktion am Donnerstag den 23. Mai 2019 in einem interessanten Beitrag auf der Spur von „Deutschlands ältestem Mietvertrag“. (1) Und wurde durchaus fündig. Ein Mieter aus Mitteldeutschland konnte mit seiner Frau einen Mietvertrag aus dem Jahr 1944 vorlegen, den er von seinem Vater nahtlos übernehmen hatte können und zwar in Bad Dürrenberg in Sachsen-Anhalt. Das heißt, der […]

Kommt die Krise?
Donnerstag, 24. Januar 2019

Absturz -

Finanzministerium bereitet Notfallplan für Rezension der Wirtschaft vor

An vielen Ecken und Enden knarrt es mittlerweile in Deutschlands Wirtschaft. Die Sorgen vor einem Wirtschaftseinbruch wachsen.  Und mit ihnen die Akten im Finanzministerium, die nur eine Frage beantworten sollen: Was tun, wenn die Wirtschaft nicht nur kriselt, sondern in eine Rezension rutscht? Einem Bericht des Hamburger Nachrichtenmagazins „Spiegel“ entsprechend, bereite das Berliner Bundeswirtschaftsministerium bereits einen entsprechenden Notfallplan vor. Die Pläne laufen unter der Führung von Bundeswirtschaftsminister Olaf Scholz (SPD). Im […]

Die 49-jährige Facebook-Chefin Sheryl Sandberg. Foto: Facebook Presse
Freitag, 30. November 2018

Davos -

Facebooks Sheryl Sandberg soll Mitarbeiter angewiesen haben George Soros finanzielle Interessen zu untersuchen

Der Ungar George Soros, ein bekannter Multimilliardär, der seit vielen Jahren in den USA lebt, entkam nicht nur dem deutschen Holocaust im Zweiten Weltkrieg. Er entkam auch so manchem politischen Angriff in den vergangenen Jahrzehnten. Jetzt berichtet die amerikanische Tageszeitung New York Times (NYT) eine etwas abenteuerliche Geschichte: Demnach habe Sheryl Sandberg, die Chefin von Facebook, Kommunikationsmitarbeiter von Facebook gebeten, George Soros „finanzielle Interessen“ zu untersuchen. Anlass seien diversen Angriffe […]

Klassische Enkeltrickbetrüger sind meist junge Frauen oder Männer, die mit Charme Rentner und Einsame mit Lügenmärchen geschickt über den Tisch ziehen und ausräubern.
Donnerstag, 22. November 2018

Rentner -

Enkeltrickbetrügerin ergaunert mit ‚Notar‘ 70.000 Euro in der Schweiz

Kreuzlingen ist ein kleines beschauliches Städtchen in der Schweiz. Es grenzt nicht nur an den Bodensee, sondern auch an die deutsche Nachbarstadt Konstanz, die wiederum für eine komplett mittelalterlich erhaltene Innenstadt berühmt ist.  Konstanz ist auch dafür berühmt, dass vor 600 Jahren auf dem Konstanzer Konzil mit viel Tamtam ein Papst gewählt worden war. Das beeindruckende Konzil-Gebäude steht noch heute in bester Lage direkt am Bodensee. Doch die Beschaulichkeit der […]

1945 wurde im Urlaubsort Jalta auf der Krim von Russland, den USA, Großbritannien und Frankreich die Teilung Deutschalnds beschlossen und der Aufstieg Russlands zur Weltmacht besiegelt. Deshalb ist der Ort für die Russen von sehr hoher politischer Bedeutung.
Sonntag, 11. November 2018

„Wie sich die US-Sanktionen gegen die Krim Erholungsorte auswirken“

Die USA haben erneut Sanktionen gegen ihren Erzrivalen auf der geopolitischen Bühne, gegen Russland, erlassen. Betroffen ist auch die Halbinsel Krim. Die Bürger der Krim hatten sich vor einigen Jahren in einer Volksabstimmung mehrheitlich für die Fusion mit dem alten Mutterland Russland, beziehungsweise der Russischen Föderation, ausgesprochen. Damit hatten sie für einen internationalen Eklat gesorgt. Jetzt veröffentliche das russische Nachrichtenportal AiF.ru unter der Überschrift „Wie sich die Sanktionen der USA […]

Einige US-Superkonzerne sind Meister im Steuerdrücken in der EU, kritisiert die EU.
Donnerstag, 20. September 2018

Steuertricks -

EU nimmt McDonald’s Luxemburger Steuerabkommen zähneknirschend hin

Steuertricks durch US-Megakonzerne sind bei diesen beliebt und sparen vor allem IT-Giganten aus dem Silicon Valley oder Seattle jährlich in der EU Hunderte Milliarden Euro Steuern. Doch nicht alles, was US-Konzerne an Steuerdeals in der Europäischen Union abschließen, um Steuern zu umgehen, ist illegal. Dies stellte jetzt die EU mit Blick auf McDonald’s fest und kritisierte gleichzeitig, dass die Fastfood-Kette kaum Steuern in der EU auf Lizenzeinnahmen bezahle. So teilte […]