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Donnerstag, 19. September 2019

Singapur verhängt Geldwäsche-Strafen für britische Banken Standard Chartered und Coutts

Singapur setzt ein kleines Zeichen gegen Geldwäsche. (Bild: pixabay.com | CC0 Public Domain)
Singapur setzt ein kleines Zeichen gegen Geldwäsche. (Bild: pixabay.com | CC0 Public Domain)

Die 1853 gegründete britische Standard Chartered Bank sowie die 1692 gegründete britische Bank Coutts & Co hätten Geldwäsche in dem reichen Stadtstaat Singapur begangen, lautet der Vorwurf.

Jetzt folgte eine recht harmlose Strafe: So verhängte Singapur gegen die Standard Chartered Bank und Coutts überschaubare Geldstrafen.

An die Finanzmarktaufsicht in Singapur, die Monetary Authority of Singapore (MAS), muss die Chartered Bank 5,2 Millionen Singapur Dollar Strafe bezahlen, umgerechnet 3,42 Millionen Euro. Die Strafe gegen die Coutts fällt mit 2,4 Millionen Singapur Dollar (1,81 Millionen Euro) niedriger aus.

Beide Banken sind Bestandteil des sogenannten „1MDB-Skandal“. Bei dem 1MDB handelt es sich um einen malaysischen Staatsfonds, welcher 2009 vom Premierminister Najib Razak gegründet worden war. Der Fonds geriet dann in ein Fahrwasser aus Korruption und Geldwäsche und soll heute faktisch pleite sein.

Die Monetary Authority of Singapore wirft in diesem Zusammenhang einem ehemaligen führenden Mitarbeiter von Goldman Sachs vor, ohne Wissen der obersten Führungsebene angeblich „falsche Aussagen gemacht zu haben“.

Der Vorwurf zielt in Richtung des erfolgreichen deutschen Investmentbanker Tim Leissner. Er war der ehemaligen Direktor von Goldman Sachs (Singapur) und soll 2009 den 1MDB-Staatsfonds in Malaysia maßgeblich mit aufgesetzt haben.

Doch im Fokus der Ermittlungen standen vor allem Geschäfte des 1MDB-Fonds, welche mit Bonds in den Jahren 2012 und 2013 abgewickelt worden waren.

Der 1MDB-Fonds soll zunächst, schreibt Die Welt, für Goldman Sachs eine wahre Goldgrube gewesen sein:

Unter Leitung von Tim Leissner habe „Goldman Sachs für den Fonds rund 6,5 Milliarden Dollar Schuldanleihen“ aufgelegt. Dabei habe die New Yorker Investmentbank knapp 600 Millionen Dollar durch den Fonds verdient, „viel mehr, als bei vergleichbaren Geschäften üblich ist.“

Singapur wirft jedenfalls der Standard Chartered Bank vor, sie habe sich „erhebliche Verfehlungen“ geleistet – vor allem im Bereich der Due-Diligence sowie der Regelungen des „anti-money laundering“ (AML), also der Geldwäsche.

Das MAS kritisiert, wonach es in der Vergangenheit bei der Standard Chartered Bank „Kontrolllücken“ gegeben habe, welche auf „Unzulänglichkeiten in den Richtlinien und Verfahren“ basierten.

Es habe „eine unzureichende unabhängige Aufsicht des Front-Office-Personals“ gegeben und einen „Mangel an Bewusstsein für Geldwäscherisiken bei einigen Bankangestellten“.

Zu Gute hält Singapur der Bank, dass es trotz der „Schwere der Verfehlungen“ dennoch nicht „allgegenwärtige Kontrollschwächen oder vorsätzliches Fehlverhalten“ gegeben habe.

Vielmehr habe man ebenso festgestellt, dass es „proaktive Maßnahmen“ gegeben habe, „um die Schwächen zu identifiziert und zu adressieren und ihre Kontrollen zu verstärken“.

Die überschaubaren 5,2 Millionen Singapur-Dollar, umgerechnet 3,42 Millionen Euro, werden auf Grund von 28 Verletzungen im Bank-Verhalten verhängt.

Ein Sprecher der Standard Chartered Bank sagte, man bedauere die Verstöße bei Transaktionen zwischen den Jahren 2010 und 2013. Zudem habe man „in dieser Angelegenheit „vollständig mit den Behörden“ kooperiert.

Des weiteren werde Standard Chartered fortfahren, um im Rahmen von „Heil- und Disziplinarmaßnahmen“ dafür zu sorgen, dass es zu keinen weiteren Verstößen komme.

Deshalb habe man „unsere Kontrollen, Prozesse und Überwachungssysteme“ gestärkt. Damit wolle man dazu beitragen, um Finanzkriminalität künftig in der Bank zu verhindern.

Außerdem werde man alle bislang aus den umstrittenen Transaktionen aufgelaufenen Gewinne für gemeinnütze Zwecke spenden.



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