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Dienstag, 28. Juli 2020

Amazon Girokonto? Versandriese im Gespräch mit US-Banken

Amazon könnte den Einstieg ins Bankengeschäft wagen. Berichten zufolge plant der Online-Gigant, ein eigenes Girokonto anzubieten. Erste Verhandlungen sollen bereits mit US-Banken laufen.   

Ursprünglich startete Amazon als elektronischer Versandhandel für Bücher. Mittlerweile ist kein Geschäftsfeld mehr vor dem Online-Konzern sicher. Ob Lebensmittel, Streaming-Dienst oder Smart Home-Gadgets wie Amazons „Alexa“ – überall mischt der US-Riese mit. Nun will das Unternehmen sein Portfolio um ein Girokonto erweitern und macht damit den klassischen Banken Konkurrenz.

Amazon-Konto zielt vor allem auf Jüngere ab

Wie die „Financial Times“, das „Wall Street Journal“ und die Nachrichtenagentur „Bloomberg“ übereinstimmend berichten, sei der Online-Riese bereits mit mehreren US-Banken bezüglich einer Kooperation im Gespräch, darunter auch das große US-Bankhaus JPMorgan Chase & Co.

Weiter heißt es in den Berichten, dass Amazon an einem Girokonto arbeite, das sich vor allem an jüngere Nutzer und an Menschen ohne Konto richte. [1] Ob Amazon darüber hinaus weitere bankenspezifische Produkte anbieten möchte, ist unklar.

Privatkredite und Versicherungen würden jedoch sinnvoll das Geschäftsmodell des Online-Giganten ergänzen. Auf diese Weise könnte man zu einem teuren Produkt gleich die passende Finanzierung oder Versicherung mit anbieten.

US-Riese will mehr über seine Kunden erfahren

Durch die Bereitstellung eines eigenen Girokontos erhoffe sich Amazon vor allem einen besseren Einblick in das Konsumverhalten und die Einkommen seiner Kundschaft. Wem also Datenschutz und Privatsphäre wichtig sind, sollte womöglich bei seiner regulären Bank bleiben. [2]

Ferner rechne das US-Unternehmen mit erheblichen Kosteneinsparungen bei Transaktionsgebühren. Bislang müssen Händler, und damit auch Amazon, für jede Kreditkarten- oder Girokartenabbuchung einen kleinen Betrag an die kontoführende Bank des Kunden abtreten. Bei Milliardenumsätzen kommen dabei sehr hohe Beträge im Jahr zusammen, die der Konzern nun offenbar reduzieren möchte.

Amazon bietet bereits eigene Kreditkarte und Bezahlservice an

Wann das Amazon-Konto kommt, steht nicht fest. Laut den Medienberichten befinden sich die Verhandlungen noch in der Anfangsphase. Regulatorische Anforderungen vonseiten der Behörden könnten zudem die Verhandlungen weiter in die Länge ziehen, wie es heißt. [3] 

Ganz untätig war Amazon jedoch nicht auf dem Gebiet des Bankenwesens. Schon seit längerem bietet der Versandhändler in Zusammenarbeit mit VISA eine eigene Kreditkarte an. [4] Mit Amazon Pay hat man bereits einen eigenen Online-Bezahldienst etabliert, mit dem Kunden im Internet bei anderen Shops zahlen können. [5]

Einzelnachweise:

[1] Next Up for Amazon: Checking Accounts von Emily Glazer, Liz Hoffman und Laura Stevens, in: Wall Street Journal vom 5. März 2018. Abruf am 06. März 2018.

[2] Amazon Checking-Account Plan Sees Banks as Partner, Not Prey von Hugh Son, Jennifer Surane und Julie Verhage, in: Bloomberg Technologie vom 05. März 2018. Abruf am 06- März 2018.

[3] Amazon talks with JPMorgan to offer bank accounts von Ben McLannahan und Anna Nicolaou, in: Financial Times vom 05. März 2018. Abruf am 06. März 2018.

[4] Amazon Kreditkarte von Amazon.de, in: amazon.de. Abruf am 06. März 2018.

[5] Amazon Pay von Amazon.com, in: pay.amazon.com. Abruf am 06. März 2018.



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