Skip to main content
Montag, 14. Januar 2019

Amazon Girokonto? Versandriese im Gespräch mit US-Banken

Amazon könnte den Einstieg ins Bankengeschäft wagen. Berichten zufolge plant der Online-Gigant, ein eigenes Girokonto anzubieten. Erste Verhandlungen sollen bereits mit US-Banken laufen.   

Ursprünglich startete Amazon als elektronischer Versandhandel für Bücher. Mittlerweile ist kein Geschäftsfeld mehr vor dem Online-Konzern sicher. Ob Lebensmittel, Streaming-Dienst oder Smart Home-Gadgets wie Amazons „Alexa“ – überall mischt der US-Riese mit. Nun will das Unternehmen sein Portfolio um ein Girokonto erweitern und macht damit den klassischen Banken Konkurrenz.

Amazon-Konto zielt vor allem auf Jüngere ab

Wie die „Financial Times“, das „Wall Street Journal“ und die Nachrichtenagentur „Bloomberg“ übereinstimmend berichten, sei der Online-Riese bereits mit mehreren US-Banken bezüglich einer Kooperation im Gespräch, darunter auch das große US-Bankhaus JPMorgan Chase & Co.

Weiter heißt es in den Berichten, dass Amazon an einem Girokonto arbeite, das sich vor allem an jüngere Nutzer und an Menschen ohne Konto richte. [1] Ob Amazon darüber hinaus weitere bankenspezifische Produkte anbieten möchte, ist unklar.

Privatkredite und Versicherungen würden jedoch sinnvoll das Geschäftsmodell des Online-Giganten ergänzen. Auf diese Weise könnte man zu einem teuren Produkt gleich die passende Finanzierung oder Versicherung mit anbieten.

US-Riese will mehr über seine Kunden erfahren

Durch die Bereitstellung eines eigenen Girokontos erhoffe sich Amazon vor allem einen besseren Einblick in das Konsumverhalten und die Einkommen seiner Kundschaft. Wem also Datenschutz und Privatsphäre wichtig sind, sollte womöglich bei seiner regulären Bank bleiben. [2]

Ferner rechne das US-Unternehmen mit erheblichen Kosteneinsparungen bei Transaktionsgebühren. Bislang müssen Händler, und damit auch Amazon, für jede Kreditkarten- oder Girokartenabbuchung einen kleinen Betrag an die kontoführende Bank des Kunden abtreten. Bei Milliardenumsätzen kommen dabei sehr hohe Beträge im Jahr zusammen, die der Konzern nun offenbar reduzieren möchte.

Amazon bietet bereits eigene Kreditkarte und Bezahlservice an

Wann das Amazon-Konto kommt, steht nicht fest. Laut den Medienberichten befinden sich die Verhandlungen noch in der Anfangsphase. Regulatorische Anforderungen vonseiten der Behörden könnten zudem die Verhandlungen weiter in die Länge ziehen, wie es heißt. [3] 

Ganz untätig war Amazon jedoch nicht auf dem Gebiet des Bankenwesens. Schon seit längerem bietet der Versandhändler in Zusammenarbeit mit VISA eine eigene Kreditkarte an. [4] Mit Amazon Pay hat man bereits einen eigenen Online-Bezahldienst etabliert, mit dem Kunden im Internet bei anderen Shops zahlen können. [5]

Einzelnachweise:

[1] Next Up for Amazon: Checking Accounts von Emily Glazer, Liz Hoffman und Laura Stevens, in: Wall Street Journal vom 5. März 2018. Abruf am 06. März 2018.

[2] Amazon Checking-Account Plan Sees Banks as Partner, Not Prey von Hugh Son, Jennifer Surane und Julie Verhage, in: Bloomberg Technologie vom 05. März 2018. Abruf am 06- März 2018.

[3] Amazon talks with JPMorgan to offer bank accounts von Ben McLannahan und Anna Nicolaou, in: Financial Times vom 05. März 2018. Abruf am 06. März 2018.

[4] Amazon Kreditkarte von Amazon.de, in: amazon.de. Abruf am 06. März 2018.

[5] Amazon Pay von Amazon.com, in: pay.amazon.com. Abruf am 06. März 2018.



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Die 49-jährige Facebook-Chefin Sheryl Sandberg. Foto: Facebook Presse
Freitag, 30. November 2018

Davos -

Facebooks Sheryl Sandberg soll Mitarbeiter angewiesen haben George Soros finanzielle Interessen zu untersuchen

Der Ungar George Soros, ein bekannter Multimilliardär, der seit vielen Jahren in den USA lebt, entkam nicht nur dem deutschen Holocaust im Zweiten Weltkrieg. Er entkam auch so manchem politischen Angriff in den vergangenen Jahrzehnten. Jetzt berichtet die amerikanische Tageszeitung New York Times (NYT) eine etwas abenteuerliche Geschichte: Demnach habe Sheryl Sandberg, die Chefin von Facebook, Kommunikationsmitarbeiter von Facebook gebeten, George Soros „finanzielle Interessen“ zu untersuchen. Anlass seien diversen Angriffe […]

Klassische Enkeltrickbetrüger sind meist junge Frauen oder Männer, die mit Charme Rentner und Einsame mit Lügenmärchen geschickt über den Tisch ziehen und ausräubern.
Donnerstag, 22. November 2018

Rentner -

Enkeltrickbetrügerin ergaunert mit ‚Notar‘ 70.000 Euro in der Schweiz

Kreuzlingen ist ein kleines beschauliches Städtchen in der Schweiz. Es grenzt nicht nur an den Bodensee, sondern auch an die deutsche Nachbarstadt Konstanz, die wiederum für eine komplett mittelalterlich erhaltene Innenstadt berühmt ist.  Konstanz ist auch dafür berühmt, dass vor 600 Jahren auf dem Konstanzer Konzil mit viel Tamtam ein Papst gewählt worden war. Das beeindruckende Konzil-Gebäude steht noch heute in bester Lage direkt am Bodensee. Doch die Beschaulichkeit der […]

1945 wurde im Urlaubsort Jalta auf der Krim von Russland, den USA, Großbritannien und Frankreich die Teilung Deutschalnds beschlossen und der Aufstieg Russlands zur Weltmacht besiegelt. Deshalb ist der Ort für die Russen von sehr hoher politischer Bedeutung.
Sonntag, 11. November 2018

„Wie sich die US-Sanktionen gegen die Krim Erholungsorte auswirken“

Die USA haben erneut Sanktionen gegen ihren Erzrivalen auf der geopolitischen Bühne, gegen Russland, erlassen. Betroffen ist auch die Halbinsel Krim. Die Bürger der Krim hatten sich vor einigen Jahren in einer Volksabstimmung mehrheitlich für die Fusion mit dem alten Mutterland Russland, beziehungsweise der Russischen Föderation, ausgesprochen. Damit hatten sie für einen internationalen Eklat gesorgt. Jetzt veröffentliche das russische Nachrichtenportal AiF.ru unter der Überschrift „Wie sich die Sanktionen der USA […]

Einige US-Superkonzerne sind Meister im Steuerdrücken in der EU, kritisiert die EU.
Donnerstag, 20. September 2018

Steuertricks -

EU nimmt McDonald’s Luxemburger Steuerabkommen zähneknirschend hin

Steuertricks durch US-Megakonzerne sind bei diesen beliebt und sparen vor allem IT-Giganten aus dem Silicon Valley oder Seattle jährlich in der EU Hunderte Milliarden Euro Steuern. Doch nicht alles, was US-Konzerne an Steuerdeals in der Europäischen Union abschließen, um Steuern zu umgehen, ist illegal. Dies stellte jetzt die EU mit Blick auf McDonald’s fest und kritisierte gleichzeitig, dass die Fastfood-Kette kaum Steuern in der EU auf Lizenzeinnahmen bezahle. So teilte […]

sr
Ob Schweiz, Österreich oder Deutschland: Nach Jahrzehnten des Stillstands wird endlich wieder gebaut. Doch einige fürchten eine Immobilienblase.
Donnerstag, 13. September 2018

Immobilien -

Wohnungsleerstand Schweiz: Neuer Höchstwert!

Seitdem viele Menschen der Meinung sind, es lohe sich nicht mehr, sein Geld auf dem Sparkonto zu sparen, investieren Millionen Menschen in Deutschland, Österreich oder der Schweiz wie blöd in Immobilien. Doch es kann auch nach hinten losgehen. Jetzt teile das Schweizer Bundesamt für Statistik (BFS) mit, wonach der Wohnungsleerstand in der Schweiz einen neuen Höchststand erreicht habe. So stünden insgesamt 72.294 Wohnungen und Häuser in der Schweiz zum Stichtag […]

Mittwoch, 01. August 2018

Nettorechnung -

Handwerkerrechnungen brutto oder netto?

Handwerker machen gerne Spielchen rund um Angebote und Handwerkerrechnungen. Dazu gehört, dass zahlreiche Posten in einem Handwerkerangebot, die beispielsweise bei einer Kernsanierung eigentlich zu berücksichtigen wären, fehlen. Es gehört auch zu den Spielchen zahlreicher Handwerker, dass die Angebote an Privatkunden mit Nettopreisen unterbreitet werden. Doch ist das überhaupt erlaubt? Ein Handwerkerangebot mit Nettopreisen? Nein! Grund: Preise gegenüber privaten Endkunden müssen immer als Endpreise ausgegeben werden. Das heißt: Auch wenn ein […]