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Mittwoch, 17. Juli 2019

Schmiergelder -

Korruption in Russland: Premierminister-Stellvertreter in Knast

Bild: pixabay.com | CC0 Creative Commons
Der Kreml in Moskau.
Der Kreml in Moskau.

In Russland wurde nun der stellvertretende Premierminister der Föderations-Republik Komi aus dem Gebiet Nordwestrussland wegen angeblicher Korruption zu siebeneinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Komi gehört zu den kleinen russischen Föderationsstaaten mit gerade einmal rund 900.000 Einwohnern und einer Fläche von 415.900 Quadratkilometern.

Trotz der äußerst geringen Einwohnerzahl ist das Gebiet von Komi größer als das von Deutschland, wo auf 82 Millionen Einwohner nur 357.386 Quadratkilometer Land kommen.

Jedenfalls teilten nun russische Behörden mit: Das Ermittlungskomitee habe angeblich „genügend Beweise für die Schuld des stellvertretenden Vorsitzenden der Regierung der Republik Komi, Konstantin Romadanow“ gesammelt. Dies reiche aus, um vor Gericht einen Schuldspruch gegen ihn zu erlangen. [1]

Romadanova sei für schuldig befunden worden, eine „Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung“ begangen zu haben. Dazu gehörten Bestechung und Geldwäsche.

Dies sei nach den Artikeln 210 (Teil 6), 290 (Abschnitte A und B), sowie Artikel 174.1 des russischen Strafgesetzbuches verboten.

Der verurteilte ehemalige stellvertretende Premierminister habe sich vor Gericht schuldig bekannt. Er habe zudem den Ermittlern bei der Aufklärung „aktiv assistiert“.  Das schreibt das russische Portal km.ru. [1f]

Die angebliche „kriminelle Vereinigung“ habe im russischen Föderations-Staat Komi, lautet der Vorwurf, angeblich zwischen dem zweitobersten Staatschef und einer Reihe von Behörden bestanden. Weitere der Korruption Beschuldigte seien unter anderem der Geschäftsmann Valery V.

Die Gruppe habe über einen Zeitraum von 2009 bis 2015 angeblich Bestechungsgelder erhalten. Das Geld sei, wird zumindest behauptet, unter anderem von Alexander S. geflossen, dem ersten Direktor der „Syktyvkar Distillery“. Im Gespräch ist eine Summe von mehr als 36 Millionen Rubel, umgerechnet 493.087 Euro.

Neben einer langen siebenjährigen Haftstrafe wurde dem ehemaligen russischen Politiker Romadanova vom Gericht eine Geldstrafe in Höhe von 170 Millionen Rubel aufgebrummt. Umgerechnet sind das 2,3 Millionen Euro.

Berücksichtigt man die eher niedrige Kaufkraft des Durchschnitts-Russen, würde dies nach Schätzungen von steuerratschlag.eu bedeuten: Als ob ein Geschäftsmann in Deutschland eine Geldstrafe in Höhe von rund 9,9 Millionen Euro erhalten würde.

Grund: Das durchschnittliche Nettoeinkommen pro Kopf liegt in Russland bei monatlich gerade einmal 421 Euro, also 30.775 Rubel. [2]

Zum Vergleich: Das Durchschnittseinkommen in Deutschland liegt netto jährlich bei 21.879 Euro, beziehungsweise monatlich bei rund 1823 Euro.[3] Das bedeutet, dass die durchschnittliche Kaufkraft in Deutschland pro Kopf rund 4,3 Mal so hoch ist wie in Russland.

Einzelnachweise

[1f] Der stellvertretende Premierminister Komi erhielt wegen Bestechung sieben Jahre Gefängnis (auf Russisch: „Замглавы правительства Коми получил 7 лет тюрьмы за взятки“), In: km.ru vom 31. Mai 2018. Abgerufen am 6. Juni 2018.

[2] Kaufkraft in Russland steigt nur sehr langsam wieder, In: GTAI. Germany Trade & Invest vom 25. April 2017. Abgerufen am 6. Juli 2018.

[3] Kaufkraft (in Deutschland), In: Wikipedia.



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