Heizöl und Treibstoffe treiben die Teuerung in Deutschland und Österreich, die Schweiz bleibt bei 1,0 Prozent.
Die Teuerung zieht in zwei der drei deutschsprachigen Länder wieder an. Hauptgrund sind deutlich höhere Preise für Heizöl und Kraftstoffe. Wie stark der Effekt ist, unterscheidet sich aber erheblich – und die Schweiz bleibt mit Abstand am stabilsten.
Die Zahlen im Vergleich
| Land | August 2026 | September 2026 |
|---|---|---|
| Deutschland (Verbraucherpreisindex) | 2,9 % | 3,3 % |
| Österreich (Verbraucherpreisindex, Schnellschätzung) | 3,2 % | 3,6 % |
| Schweiz (Landesindex der Konsumentenpreise) | 0,8 % | 1,0 % |
Deutschland: Energie so teuer wie seit 2023 nicht
Nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) lagen die Verbraucherpreise im September 3,3 Prozent über dem Vorjahresmonat. Energie verteuerte sich um 14,9 Prozent – der stärkste Anstieg seit Februar 2023. Kraftstoffe kosteten 37,1 Prozent mehr, leichtes Heizöl sogar 74,9 Prozent. Strom (−5,5 Prozent) und Erdgas (−2,8 Prozent) wurden dagegen günstiger.
Nahrungsmittel waren nur 0,4 Prozent teurer als ein Jahr zuvor, Dienstleistungen 2,7 Prozent. Die Kerninflation ohne Nahrungsmittel und Energie lag wie in den Vormonaten bei 2,4 Prozent. Destatis weist darauf hin, dass die seit 1. Oktober 2026 geltende Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe in den Septemberzahlen noch nicht enthalten ist.
Österreich: Treibstoffe und Heizöl als Hauptursache
Statistik Austria schätzt die Inflation für September laut Schnellschätzung vom 2. Oktober auf 3,6 Prozent. Der Anstieg um 0,4 Prozentpunkte gegenüber August gehe vollständig auf höhere Treibstoff- und Heizölpreise zurück. Energie war 14,5 Prozent teurer als im Vorjahr. Den größten Beitrag zur Inflation leisten aber weiterhin die Dienstleistungen mit einem Plus von 4,2 Prozent. Die vollständigen Zahlen veröffentlicht Statistik Austria am 16. Oktober 2026; die Schnellschätzung kann sich dabei noch ändern.
Schweiz: Teuerung bleibt niedrig
In der Schweiz stieg der Landesindex der Konsumentenpreise laut Bundesamt für Statistik (BFS) im September um 1,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr, im Vergleich zum August blieb er unverändert. Auch hier wurden Heizöl, Benzin und Diesel teurer. Günstiger waren laut BFS Pauschalreisen ins Ausland, Automiete und Carsharing sowie die Hotellerie – die Bewegungen hätten sich ausgeglichen. Im August hatte die Teuerung bei 0,8 Prozent gelegen.
Was das für dich bedeutet
- Heizen: Wer mit Heizöl heizt, spürt die Preissteigerung in Deutschland und Österreich am stärksten. Preise vor dem Tanken vergleichen lohnt sich.
- Sparen: Liegt der Zins auf Tagesgeld oder Sparbuch unter der Inflationsrate, verliert das Ersparte real an Kaufkraft.
- Lohn und Miete: Viele Mietverträge und Tarifverhandlungen orientieren sich an den Verbraucherpreisen. Prüfe, ob dein Vertrag eine Indexklausel enthält.
Quellen
- Statistisches Bundesamt (Destatis): Pressemitteilung Nr. 364, 13. Oktober 2026
- Statistik Austria: Schnellschätzung Verbraucherpreisindex September 2026, 2. Oktober 2026
- Bundesamt für Statistik (Schweiz): Landesindex der Konsumentenpreise September 2026, 1. Oktober 2026
- Bundesamt für Statistik (Schweiz): Landesindex der Konsumentenpreise August 2026, 3. September 2026



