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Montag, 10. Dezember 2018

Rentenhöhe Luxemburg: 10.000 Euro netto nach Abzug von Steuern und Krankenkasse

Die Deutschen kriegen immer weniger Rente. Obendrein müssen sie ihre Rente später zu 100% unter Berücksichtigung sonstiger Einnahmen, wie aus Miete oder Verpachtung, versteuern. Für Luxemburger wäre das ein Trauerspiel. Denn die rund 590.000 Bewohner Luxemburgs verfügen über ein Rentenniveau, das weltweit einmalig sein dürfte.

Ein Pärchen, zwei Männer, beide zwischen 60 und 70, führte steuerratschlag.eu aus, was sie derzeit an Rente in Luxemburg erhalten.

Der eine war Staatsbeamter in Luxemburg und verdiente 40 Jahre lang, davon zuletzt monatlich im Schnitt 6000 Euro brutto. Das entspricht in etwa dem Durchschnittsgehalt der Luxemburger. Mit 60 ging er bei voller Rentenhöhe in Rente.

Von den 6000 Euro brutto, die der Staatsbeamte in der Spitze monatlich verdiente, erhält er nun rund 80 Prozent Rente netto und zwar nach Abzug der Krankenkasse und nach Abzug der Steuern. Verbleiben monatlich 5000 Euro Nettorente.

Sein Partner ist eigentlich Südafrikaner, kam aber vor bald 30 Jahren nach Luxemburg. Dort arbeitete er aber auch nur 26 Jahre. Davon leitete er 15 Jahre ein kleines Kaufhaus in Luxemburg, wofür er monatlich im Schnitt 10.000 Euro brutto erhielt. „Das Kaufhaus gehörte einer Freundin und die Arbeit machte viel Spaß“, erzählt er.

In den 26 Jahren verdiente er genug, um heute eine Rente von 4.800 Euro netto zu erhalten – ebenfalls nach Abzug von Steuern und Krankenkassenbeiträgen.

Macht für die beiden zusammen eine monatliche Rente von fast 10.000 Euro netto.

Die Höchstrente in Deutschland liegt bei nur rund 2300 Euro brutto – vor Steuern und sonstigen Einnahmen

Zum Vergleich: In Deutschland zahlen Spitzenverdiener monatlich rund 1.100 Euro in die Rente ein, wovon 50% der Arbeitgeber übernimmt. Aber selbst wenn dieses Geld 40 Jahre einbezahlt würde, läge die Höchstrente, die in Deutschland ausbezahlt wird, im Schnitt gerade einmal bei 1800 bis 2300 Euro brutto – nach heutiger Kaufkraft.

Da der deutsche Staat in Sachen Steuern und Gebühren sowie sonstigen Abgaben gierig ist wie nirgends auf der Welt, bleibt es nicht bei diesem Betrag als tatsächlich vorhandene Rente.

Das Geld muss zu 100% versteuert werden. Wer sich obendrein fürs Alter eine kleine Eigentumswohnung ersparte, muss die Mieteinnahmen auch wieder versteuern.

Das bedeutet: Ein Abzug von 25% an Steuern muss auf die Rente und die Mieteinnahmen einkalkuliert werden. Außerdem geht davon noch die Krankenkasse ab, was die Abzüge schnell auf bis zu 50% treibt.

Wenn jemand privat versichert war, bedeutet dies Abzüge von bis zu 1000 Euro monatlich nur für die PKV (Private Krankenkasse).

Im Falle der gesetzlichen Rentenversicherung reduzieren sich die Beiträge auf im Schnitt 150 bis 300 Euro monatlich netto. Einen Teil dieser Kosten übernimmt auf Antrag die Berliner Rentenanstalt. Das gilt sowohl für gesetzlich Krankenversicherte als auch für privat Krankenversicherte.

Deutsche Rentensystem ist unsozial gegenüber denen die viel einzahlen

Doch so oder so zeigen die Zahlen: Das deutsche Rentenniveau ist unsozial gegenüber denen, die viel einzahlen, da sie am Ende kaum etwas herausbekommen. Das liegt auch daran, da vor allem die Mittelschicht die Bottom-Schicht mit bezahlt.

„Ich habe bislang rund 180.000 Euro in die Gesetzliche Rentenversicherung einbezahlt und zwar in einem Zeitraum von rund 18 Jahren. Bislang gewährt mir die deutsche staatlich organisierte Rentenversicherung gerade einmal 1.100 Euro monatlich was ich später als Rente bekäme, wenn ich jetzt aufhören würde zu arbeiten“, erklärt eine Führungskraft gegenüber steuerratschlag.eu.

Die maximal erreichbare staatlich vorgeschriebene ausbezahlte Rente läge nach heutiger Kaufkraft in Deutschland bei 2.300 Euro brutto – sofern es keine Rentenanpassung gäbe, welche von der jeweiligen Bundesregierung in Berlin regelmäßig festgelegt oder abgelehnt wird.

Hunderttausende brauchen Hartz IV zur Aufstockung der Rente in Deutschland

Fakt ist: In Deutschland sind die Durchschnittsrenten sehr niedrig und über 530.000 Rentner brauchen auch noch Hartz IV, beziehungsweise Grundsicherung zur Aufstockung.

  • Die durchschnittlich in Westdeutschland, also den “Alten Bundesländern” ausbezahlte monatliche Rente liegt bei 713 Euro. Im Schnitt kommen dabei die Frauen auf eine monatliche Rente von 579 Euro, die Männer auf 952 Euro.
  • In Ostdeutschland liegt die durchschnittlich ausbezahlte Rente bei 839 Euro monatlich (Männer 985, Frauen 763 Euro; bitte blauen Linktext oben beachten).

Die Luxemburger Rentner kommentieren ihre Luxemburger Renten gegenüber steuerratschlag.eu:

„Das gute am Rentensystem in Luxemburg ist, dass im Schnitt jeder, ob Beamter oder normaler Angestellter, zur Berechnung seiner Rente lediglich das höchste erreichbare Einkommen während seines Berufslebens dokumentiert angeben muss. Dieses wird dann bei Renteneintritt als Grundlage zur Berechnung der ausbezahlten Nettorente genommen und zwar generell auf einem Niveau von 80% des höchsten erzielten Gehaltes während des Berufslebens.“

Dieses Gehalt müsse auch nicht eine bestimmte Anzahl von Jahren verdient werden. Gut sei zudem, dass dies unabhängig davon gelte, wie lange man tatsächlich in die Rentenversicherung einbezahlt habe, ob 25 Jahre oder 40 Jahre, „solange es eine nachweisbare Zeit war, die man als Berufsleben bezeichnen kann“.

Wie sich das Luxemburger Rentensystem trägt? Indem auch Steuern zur Finanzierung herangezogen werden.

Möglich ist das, da Luxemburgs Staatsoberhaupt, der Großherzog, sich gleichzeitig als Familienvater aller Luxemburger sieht und entsprechend seine Landsleute am Wohlstand des kleinen EU-Landes teilhaben lassen möchte.

Unser Pärchen ist darüber sehr glücklich:

Urlaub in Südafrika aus der Rentenkasse für 20.000 Euro

„Wenn wir, wie jedes Jahr, drei Monate im Winter in Südafrika sind, mieten wir ein Haus in Hermanus mit 1000 Quadratmetern“, erklärt einer der beiden. In den Räumen könne man Schlittschuh fahren.

„Wir fliegen hin- und zurück in Business-Class. Die Gesamtkosten für unseren jährlichen Urlaub in Südafrika summieren sich im Schnitt mit allem drum und dran auf 20.000 Euro.“

Dies könne das Pärchen „alles aus unseren monatlichen Rentenzahlungen stemmen. Das Vermögen müssen wir dazu nicht aufbrauchen“. Eigentlich dürfe man solche Zahlen aber niemandem erzählen, da es Millionen anderen europäischen Rentnern nicht so gut gehe, wie den Luxemburgern.

Kein Wunder, dass die beiden jährlich im Schnitt 5 Monate auf Reisen sind. Natürlich nur in 5-Sterne-Hotels oder auf Luxusdampfern, die dann in Miami oder Fort Lauderdale starten.

Klar, dass bei so viel Wohlstand auch eine Eigentumswohnung hängen bleibt: „Die 165-Quadratmeter-Neubauwohnung hatten wir uns 2009 in Luxemburg für 700.000 Euro gekauft.“ Heute wäre die Wohnung, sagen die beiden, bereits über eine Millionen wert.

Doch obwohl die Wohnung im ersten Stock liege und ein Neubau sei, also nach 2000 erbaut worden ist, schützte auch das vor Einbrechern nicht: „Die kamen Nachts über den Balkon und haben die Türen aufgehebelt“.

Wer die Täter gewesen seien? „Das waren sicherlich Banden aus Osteuropa, die freie Zufahrt auch nach Luxemburg haben Dank Schengener Abkommen.“ Sicher fühlten sie sich seitdem nicht mehr so richtig in ihrem Rentenrefugium. Aber die Reisen machten die Unsicherheiten des Alltags wieder wett.



Kommentare (2)


Klaudia September 19, 2018 um 16:34

Ich vermute, dass Sie D-West und D-Ost das Verhältnis der durchschnittlichen Renten verwechselt haben! in der Regel erhalten die Ostdeutschen im Schnitt weniger Rente als die Westdeutschen. In ihrem Beispiel ist es umgekehrt.

Antworten

Peter September 20, 2018 um 20:58

Liebe Klaudia, nein wir haben uns nicht geirrt. Die Zahlen sind so richtig. Das reale Rentenniveau ist in Ostdeutschland höher, auch wenn in diversen Massenmedien und auch der Politik gerne das Gegenteil behauptet wird. Die Redaktion

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