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Dienstag, 19. Juni 2018

Hat Roman Abramowitsch 242 Mio. Euro für Telegram Kryptowährung investiert?

Gerüchten zufolge soll der russische Multimilliardär Roman Abramowitsch angeblich für einen ICO des russischen Verschlüsselungs-Messenger Telegram bis zu 242 Millionen Euro, umgerechnet 300 Millionen US-Dollar investiert haben. Dies schreibt die russische Zeitung „Wedomosti“ [1] unter Bezug auf nicht näher definierte Quellen. [1]

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Das Ziel ist offensichtlich die langfristige Etablierung einer Telegram Kryptowährung neben dem Bitcoin oder Ethereum. Angeblich habe sogar Abramowitsch (der mit ganzem Namen Roman Arkadjewitsch Abramowitsch heißt) als einer der ersten das Recht gehabt, in den Telegram Krypto zu investieren.

So schreibt Wedomosti: „Der Gründer des Telegram-Messengers, Pavel Durov, berichtete der US-amerikanischen Securities and Exchange Commission [SEC], dass er von 81 Anlegern 850 Millionen Dollar erhalten habe, so die am 13. Februar veröffentlichten Materialien.“ [1f]

Der bekannte russische Star-Investor verfüge über zwei auf den Britischen Jungferninseln eingetragene Unternehmen – die Telegram Group Inc. und die TON Issuer Inc. Beide werden von den Brüdern Pavel Durov und Nikolai Durov geführt, heißt es in dem Dokument. [1f]

Weiter schreibt die russische Zeitung: „Die erste Zahlung von Investoren ist am 29. Januar 2018 eingegangen… Der Bericht stellt fest, dass die 850 Millionen Dollar nicht für die Belohnung der Durov-Brüder ausgegeben werden. Das Geld wird benötigt, um eine neue Block-Plattform Telegram Open Network [TON] mit seiner eigenen Kryptowährung und Telegram Messenger zu entwickeln.“ [1ff]

Telegram ist ein weltweit zunehmend beliebter Smartphone-Messenger, der auch in Deutschland immer weiter verbreitet ist und zwar vor allem bei Studenten oder sonstigen Akademikern.

Viele Nutzer hoffen,  dass mit Telegram etwas mehr Datenschutz gewährleistet ist, als mit dem US-Messenger von Facebook, mit WhatsApp. Die große Markenbekanntheit von Telegram und das Vertrauen in den Messenger sollen nun offensichtlich dazu benutzt werden, um einen eigenen Krypto-Coin zu etablieren.

Inszeniert sich gerne: Telegram-Gründer Pavel Durov in einem Video auf seinem YouTube-Channel.

Wie Telegram gilt der in Deutschland entwickelte Smartphone-Messenger Chiffry als Geheimtip [2] für Fans verschlüsselter und sicherer Nachrichtentechnik, sofern es dies überhaupt noch gibt.

Neben der hohen Verschlüsselungstechnik, welche vor Hackern schützen soll, wissen viele Nutzer von Telegram oder Chiffry vor allem die Tatsache zu schätzen, dass ihre Chats nicht ungewollt einfach eins zu eins in die USA übertragen und dort gespeichert und gegebenenfalls ausgewertet werden.

Selbstzerstörungsfunktion von Nachrichten oder Bildern bei Telegram

Beliebt ist beim Telegram Messenger beispielsweise die Einstellung, dass man in einem geheimen Chatraum, welcher vor Hackerangriffen sicher sein soll, von vornherein einen Selbstzerströrer für eine Nachricht setzen kann.

Das bedeutet, dass man festlegen kann, ob die Nachricht beispielsweise nach einer Stunde, einem Tag oder einer Woche auch auf dem Handy des Angeschriebenen wieder zerstört wird (sofern dieser sie nicht mit einem Screenshot heimlich gesichert hat).

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Als weiterer russischer Investor in den Telegram Coin wird Sergey Solonin, der Mitbegründer des Unternehmens QIWI Кошелек, eine der größten russischen Banken, genannt. [3] [4]

So soll Solonin für die Entwicklung einer Telegram Kryptowährung angeblich 13,7 Millionen Euro gegeben haben und zwar am 16. Februar 2018. Ein weiterer Investor soll der Mitbegründer der „Wimm-Bill-Dann“ sein, David Yakobashvili. Er soll 10 Millionen US-Dollar gegeben haben. [1ff]

Der Gründer von Telegram, der smarte Russe Pavel Durov, welcher für seine zahlreichen etwas narzisstisch anmutenden selbstinszenierenden Fotos bekannt ist, könnte mit dem eigenen Telegram-Coin zum Euro-Milliardär aufsteigen.

Schon heute ist Russland ein Kryptoland und nicht alles was von da kommt, ist seriös. Das gilt auch für die anderen bekannten Kryptoländer, für Nordkorea, Südkorea, Japan oder China. Aber auch die Schweiz holt massiv als Kryptoland auf und erklärte, sie wolle das führende Kryptoland weltweit werden.

Liza und Leena – Betrug am Kurs sei hier Programm

Dass Russland schon heute ein führendes Kryptoland ist, belegt auch die Kryptowährungs-Handelsplattform yobit.io. Sie wird russischen Eignern zugeschrieben. Auf yobit können Privatanleger neben seriösen Coins auch zahlreiche dubiose Coins, wie Liza oder (bald) Leena kaufen.

„Beim Liza Coin konnte man beispielsweise die Uhr danach stellen, dass sich der Wert dieses Coins alle fünf bis sieben Tage halbiert. Dies deutet darauf hin, dass die Anleger weltweit letztlich betrogen werden, da der Kurs teils innerhalb weniger Sekunden um die Hälfte eingebrochen ist. Dies deutet auf massive manuelle Manipulationen hin und zwar von denen, die diesen Coin ins Kryptofeld geschoben haben“, kommentiert ein deutscher Liza-Investor auf yobit.

So sei der Kurs von Liza innerhalb von Sekunden von 70 US-Dollar Cent auf 30 Cent abgestürzt. Dann habe sich Liza zwar zunächst für wenige Stunden bei 40 Cent eingependelt, liege aber nun nur noch 3 US-Dollar Cent (Stand: 18. Februar 2018, 9:15 Uhr).

Die massive Wertvernichtung habe sich in einem Zeitraum von gerade einmal rund vier Wochen abgespielt – typisch für kriminelle Aufleger solcher Coins (wozu auch der DavorCoin gehört oder der Betrugs-Coin „United Emirate Coin“, kurz UEC).

„Würden Aktien so massiv manipulativ gehandelt werden, wie Coins im Bereich der Kryptowährungen, würden die Täter wegen Insiderhandel für viele Jahre, wenn nicht Jahrzehnte hinter Gitter kommen“, sagte ein deutscher Kriminalbeamter gegenüber steuerratschlag.eu.

Aus 800 Euro nur noch 150

Der deutsche Liza-Investor erklärte gegenüber steuerratschlag.eu: Seine testweise investierten 800 Euro hätten sich innerhalb weniger Stunden erst halbiert, und hätten heute nur noch einen Wert von rund 150 Euro. Jetzt habe er die Wahl zwischen Pest und Cholera:

„Das restliche Geld mit massivem Verlust abziehen oder das Spiel weiter beobachten, wohlwissend, dass man dabei jetzt nur noch verlieren kann?“

Weiter schildert der Investor: „Die Anleger werden beispielsweise damit geködert, dass man, wenn man ein Spiel täglich spielt, bei Liza war es „Dice“, täglich 10% auf seine Liza-Coins geschenkt bekomme.

Mit „Dice“ täglich 10 Prozent Coins gewinnen?

Zum Dice-Spiel gehöre, dass man entweder wenige Promille-Cent seiner auf yobit.io einbezahlten Bitcoins gewinne oder verliere.

  • Doch seien eben die tägliche Zuteilungen der Liza-Kryptocoins im Rahmen einer Investmentbox durch die massiven fast täglichen Coin-Abwertungen im Nachhinein stets mehr als vernichtet worden.
  • Dubios sei zudem, dass man beim Dice-Spiel für Liza meist mehr Bitcoin-Anteile verliere, als man gewinnen könne.

Ob das beim Telegram-Coin seriöser abläuft, darf abgewartet werden. Doch klar ist auch hier: „Massive Preverkäufe an ausgewählte Investoren, wie es sich bei der Telegram Kryptowährung andeutet, führen von Anfang an in diesem nicht regulierten System von Kryptowährungen zu Betrug bei allen anderen, die danach kommen“, ist sich der deutsche Liza-Investor auf yobit.io sicher.

Sein Argument für die Betrugs-Vermutung:

„Die frühen Krypto-Investoren kriegen in der Regel zu Minimalbeträgen mehrere Millionen Tokens. Sagen wir zu einem Cent. Dann warten die Früh-Investoren, bis dieser Token bei 70 Cent ist, einem Euro oder 7 Euro. Dann verkaufen sie innerhalb von Sekunden Millionen ihrer billig eingekauften Coins. Sie streichen dann die Millionen-Gewinne ein und manipulieren obendrein den Wert damit wieder nach unten.“

Vor allem, wenn bei angeblichen Kryptowährungen obendrein noch Coin-Geschenke von 10% pro Tag versprochen würden, sei der Betrug an den späteren Investoren systemimmanent.

Coin-Geschenke werden durch Kursabwertung ad absurdum geführt

Doch ob nun Abrmomowitsch viele Millionen Euro für den ICO Telegram gegeben hat, oder nicht, ist so oder so nicht ganz klar: So schreibt vedomosti.ru weiter:

„‚Die Information, dass Roman Abramovich $ 300 Millionen in Telegram investiert hat, ist unwahr‘, sagte Geschäftsmann John Mann am Samstag gegenüber Wedomosti. Die Frage, ob Abramowitsch in Telegram investierte, ließ er unbeantwortet. Roman Abramowitsch hat nicht 300 Millionen Dollar in Telegram investiert, weiß eine Person, die einem Messenger nahe steht, aber die Tatsache, dass Abramowitsch in Telegram investiert hat, wurde vom Gesprächspartner von Wedomosti nicht bestätigt oder abgelehnt. Ihm zufolge ist der Gesamtanteil der Investoren mit russischen Wurzeln im ICO nicht höher als 7%, und der maximale Scheck von einem Investor ist 20 Millionen Dollar.“ [1ff]

Erst am 1. Februar 2018 hatte der US-Superkonzern Apple den Kurzmitteilungs-App Telegram für einen Tag unter dubiosen Umständen aus dem App Store von Apple entfernt. Als Begründung wird genannt, über Telegram seien angeblich Kinderpornos verbreitet worden. [5] [6]

Nur: Hätte Apple auch den US-Dienst WhatsApp aus seinem Appstore entfernt, wenn darüber Kinderpornos verbreitet werden?

Einzelverweise

[1] Роман Абрамович вложился в Telegram, Übersetzt: „Roman Abramovich investierte in Telegram. Pavel Durov berichtete den US-Behörden, dass er von 81 Investoren 850 Millionen Dollar angezogen hat“, In: Vedomosti vom 18. Februar 2018.

[2] Chiffry: Verschlüsselte Telefonie in Echtzeit, In: Datenschutzbeauftragter Info vom 17. September 2014. Abgerufen am 18. Februar 2018.

[3] Основатель Qiwi вложился в Telegram, Übersetzt: „Der Gründer von Qiwi investierte in Telegram. Es sind ungefähr 17 Millionen Dollar“, von Pavel Kantyschew, In: Vedomosti.ru vom 16. Februar 2018. Abgerufen am 17. Februar 2018.

[4] Роман Абрамович инвестировал в Telegram $300 млн, Übersetzt: „Roman Abramowitsch investierte 300 Millionen Dollar in Telegram“, In: new-retail.ru vom 18. Februar 2018.

[5] Wegen Kinderpornografie: Apple entfernt Telegram aus dem App Store, In: Chip Online vom 1. Februar 2018. Abgerufen am 16. Februar 2018.

[6] Das rätselhafte Verschwinden von Telegram, In: FAZ Online vom 2. Februar 2018. Abgerufen am 16. Februar 2018.

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